Wer ein Haus baut, denkt zuerst an Grundriss, Dach und Küche – der Garten kommt „später“. Genau das ist der teuerste Fehler beim Eigenheim. Denn viele Weichen für einen schönen, funktionalen und leistbaren Garten werden schon vor und während des Hausbaus gestellt: von der Ausrichtung der Terrasse über Leerrohre bis zum Umgang mit dem Bodenaushub. Dieser Leitfaden zeigt dir als Häuslbauer, was du wann bedenken musst – von der Grundstücksplanung bis zur fertigen Bepflanzung.
Die Kernbotschaft vorweg: Gartenplanung beginnt nicht nach dem Hausbau, sondern mit ihm. Wer den Garten von Anfang an mitdenkt, spart Geld, vermeidet Baustellenschäden und bekommt einen Garten, der zum Haus passt – statt einer Restfläche, die übrig bleibt.
Warum der Garten schon bei der Hausplanung mitgeplant gehört
Nach dem Einzug ist das Budget knapp, der Boden verdichtet und die Baumaschinen sind weg – dann wird jede Änderung teuer. Wer dagegen früh plant, kann günstige Gelegenheiten nutzen: Der Bagger ist ohnehin da, Leerrohre kosten im offenen Graben fast nichts, und überschüssiger Aushub muss nicht teuer entsorgt werden, wenn man weiß, wofür man ihn braucht.
Ein durchdachter Gartenplan sorgt außerdem dafür, dass Haus und Garten zusammenspielen: Die Terrasse liegt dort, wo abends die Sonne steht. Der Sichtschutz kommt hin, wo der Nachbar ins Wohnzimmer schaut. Und der Hausbaum steht so, dass er in zehn Jahren Schatten spendet, statt die Fundamente zu bedrängen.
Phase 0: Vor dem Bau – die Weichenstellungen
Ausrichtung & Besonnung
Überlege dir früh, wo du dich draußen aufhalten willst. Die Hauptterrasse gehört nach Süden oder Westen (Abendsonne). Wo Fenster und Terrassentüren sitzen, entscheidet, wie der Garten später genutzt wird. Diese Punkte lassen sich am Reißbrett gratis optimieren – am fertigen Haus gar nicht mehr.
Bodenaushub & Mutterboden
Beim Aushub für Keller und Fundament fällt viel Erde an. Der wertvolle Mutterboden (die oberste, humose Schicht) sollte separat abgeschoben und gelagert werden – er ist die Grundlage für jeden späteren Garten. Wer ihn mit Bauschutt vermischen lässt, muss ihn später teuer zukaufen.
Leitungen & Leerrohre
Solange die Gräben offen sind, kostet es fast nichts, Leerrohre für Gartenstrom, Bewässerung oder Teichtechnik mitzulegen. Später bedeutet jede Leitung aufreißen, was gerade gepflastert wurde.
Regenwasser
Zisterne, Versickerung oder Regenwassertank gehören in die Rohbauphase. In vielen Gemeinden ist ein Versickerungsnachweis ohnehin Pflicht – wer es gleich richtig plant, spart Wasserkosten und schützt vor Staunässe.
Mehr dazu im Detail: Zisterne & Regenwasser im Neubaugarten nutzen und Mutterboden & Aushub beim Hausbau.
Phase 1: Während des Baus – Schäden vermeiden
- Bodenverdichtung: Baumaschinen und Materiallager verdichten den Boden massiv. Lege einen Bereich fest, der nicht befahren wird – dort tut sich später jede Pflanze leichter.
- Bestehende Bäume schützen: Wertvolle Altbäume mit einem Bauzaun im Wurzelbereich sichern. Ein beschädigter Baum stirbt oft erst Jahre später.
- Pool & Fundamente: Wer einen Pool oder ein Gartenhaus plant, macht den Rohbau am besten gleich mit – das spart eine zweite Baustelle.
Phase 2: Nach dem Bau – die Außenanlage in der richtigen Reihenfolge
Jetzt beginnt der sichtbare Teil. Die Reihenfolge entscheidet über Aufwand und Kosten:
- Grobplanie & Bodenverbesserung – verdichteten Boden lockern, Mutterboden aufbringen.
- Feste Strukturen – Wege, Terrasse, Einfahrt, Zaun. Alles, wofür schwere Maschinen nötig sind, kommt zuerst.
- Sichtschutz & Hecken – Gehölze früh pflanzen, damit sie Zeit zum Wachsen haben.
- Bepflanzung & Beete – Stauden, Gräser, Bäume nach Pflanzplan.
- Rasen zuletzt – damit er nicht wieder zerfahren wird.
Ausführlich: Außenanlage Schritt für Schritt und Was kostet die Außenanlage beim Neubau?
Phase 3: Bepflanzung – der Garten wird lebendig
Auf der leeren Fläche eines Neubaugartens hast du völlige Freiheit – und genau das überfordert viele. Ein Pflanzplan legt fest, welche Pflanze wohin kommt, wie viele du brauchst und wie sich das Bild über die Jahre entwickelt. Wichtig für Häuslbauer:
- Schneller Sichtschutz für sofortige Privatsphäre im Neubaugebiet
- Der richtige Hausbaum mit ausreichend Abstand zu Haus und Leitungen
- Pflegeleichte, klimafitte Pflanzen – nach dem Hausbau bleibt wenig Zeit fürs Gärtnern
- Ungiftige Arten, wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben
Die häufigsten Fehler von Häuslbauern
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Garten erst nach Einzug planen | Baustellenschäden, teure Nachbesserung | Von Anfang an mitdenken |
| Mutterboden verlieren | Teurer Zukauf, schlechter Boden | Aushub separat lagern |
| Budget zu knapp | Halbfertiger Garten über Jahre | 10–15 % der Baukosten einplanen |
| Zu große, schnellwachsende Hecken | Ständiger Schnitt, Streit mit Nachbarn | Standortgerechte, langsame Arten |
| Bäume zu nah am Haus | Wurzelschäden, Verschattung | Endgröße & Abstand beachten |
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Häufige Fragen
Wann sollte ich als Häuslbauer mit der Gartenplanung beginnen?
Idealerweise parallel zur Hausplanung. Terrassenausrichtung, Leerrohre, Regenwassernutzung und der Umgang mit dem Aushub werden schon vor und während des Baus entschieden. Je früher, desto günstiger und besser das Ergebnis.
Wie viel kostet der Garten beim Hausbau?
Als Faustregel gelten 10–15 % der Hausbaukosten für die komplette Außenanlage. Bei einem Einfamilienhaus sind das oft 20.000–50.000 €, je nach Größe, Ausstattung (Pool, Terrasse) und Eigenleistung. Man kann die Umsetzung aber in Etappen aufteilen.
Kann ich den Garten auch später anlegen?
Ja – aber die Grundlagen (Leerrohre, Regenwasser, Mutterboden, Terrassenausrichtung) sollten trotzdem früh feststehen. Die eigentliche Bepflanzung kann in Etappen über mehrere Jahre erfolgen, ohne dass etwas verloren geht.
Lohnt sich professionelle Gartenplanung beim Neubau?
Gerade beim Neubau: Die leere Fläche bietet maximale Gestaltungsfreiheit, und ein Plan verhindert teure Fehlkäufe und Umplanungen. Ein professioneller Pflanzplan kostet einen Bruchteil dessen, was falsch gesetzte Pflanzen und Nachbesserungen kosten.
Was ist wichtiger – Terrasse oder Rasen zuerst?
Feste Strukturen wie Terrasse, Wege und Zaun kommen immer vor dem Rasen. Der Rasen wird zuletzt angelegt, damit er beim Bau der übrigen Elemente nicht wieder zerfahren wird.
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