Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist eine der meistverkauften Heckenpflanzen in Österreich — doch die Debatte um seine ökologische Sinnhaftigkeit wächst. Er ist zwar blickdicht, immergrün und schnellwüchsig, bietet aber kaum Nahrung für heimische Insekten und Vögel. In diesem Ratgeber vergleichen wir Kirschlorbeer ehrlich mit heimischen und ökologisch wertvollen Alternativen.
Kirschlorbeer: Vorteile und Nachteile
Kirschlorbeer ist nicht ohne Grund so beliebt. Doch man sollte beide Seiten kennen:
Vorteile:
- Schnellwüchsig (30–50 cm pro Jahr)
- Immergrün und blickdicht
- Schattenverträglich
- Schnittverträglich
Nachteile:
- Alle Pflanzenteile sind giftig (besonders die Früchte)
- Ökologisch fast wertlos — weder Nektar noch Nahrung für heimische Insekten
- Neigt zur unkontrollierten Verbreitung durch Vögel (invasives Potenzial)
- Nicht überall vollständig winterhart — Frostschäden in strengen Wintern
- Grünschnitt darf nicht auf den Kompost (giftig) — Entsorgung aufwendig
Warum heimische Alternativen sinnvoll sind
In der modernen Gartenplanung geht der Trend klar zu ökologisch wertvollen Hecken. Heimische Gehölze bieten entscheidende Vorteile:
- Sie sind perfekt an unser Klima angepasst.
- Sie bieten Nahrung und Lebensraum für Vögel, Bienen und Schmetterlinge.
- Sie sind oft robuster und pflegeleichter als exotische Alternativen.
- Sie fügen sich harmonisch in die Landschaft ein.
In manchen Schweizer Kantonen ist Kirschlorbeer bereits verboten — auch in Österreich wird über Einschränkungen diskutiert.
Eibe (Taxus baccata): Der elegante Klassiker
Die Eibe ist die heimische Alternative Nummer eins zum Kirschlorbeer:
- Immergrün und extrem schnittverträglich
- Wächst auch im Schatten hervorragend
- Sehr langlebig (mehrere hundert Jahre)
- Rote Früchte sind Vogelnahrung (Achtung: für Menschen giftig)
Nachteil: Wächst langsamer als Kirschlorbeer (15–25 cm/Jahr). Dafür bleibt die Hecke kompakter.
Liguster (Ligustrum vulgare): Robust und bienenfreundlich
Der heimische Liguster ist ein ausgezeichneter Heckenstrauch:
- Halbimmergrün (verliert in sehr kalten Wintern einen Teil der Blätter)
- Weiße, duftende Blüten im Juni — hervorragende Bienenweide
- Schwarze Beeren als Vogelnahrung im Herbst
- Wächst schnell (30–40 cm/Jahr)
- Extrem schnittverträglich
Hainbuche (Carpinus betulus): Die natürliche Hecke
Die Hainbuche ist streng genommen kein immergrüner Strauch — aber sie behält ihr trockenes, braunes Laub bis zum Frühjahr und bietet so ganzjährig Sichtschutz.
- Extrem winterhart und windfest
- Wächst auf fast allen Böden
- Schnittverträglich und formbar
- Bietet Nistplätze für Vögel
- Heimisch und ökologisch wertvoll
Weitere Alternativen im Überblick
Je nach Standort und Wunsch gibt es noch weitere empfehlenswerte Heckenpflanzen:
- Feldahorn (Acer campestre): Heimisch, schnittverträglich, schöne Herbstfärbung.
- Weißdorn (Crataegus monogyna): Blüht weiß, rote Beeren, dornig — ideal als Vogelschutzhecke.
- Stechpalme (Ilex aquifolium): Immergrün, heimisch, rote Beeren. Wächst langsam.
- Glanzmispel (Photinia): Immergrün, rotes Austrieb — allerdings nicht heimisch.
Vergleichstabelle: Kirschlorbeer vs. Alternativen
Hier ein Überblick der wichtigsten Eigenschaften:
- Kirschlorbeer: Immergrün, schnellwüchsig, ökologisch wertlos, giftig
- Eibe: Immergrün, mittelschnell, ökologisch wertvoll, giftig
- Liguster: Halbimmergrün, schnellwüchsig, ökologisch wertvoll, ungiftig
- Hainbuche: Laubhaltend, schnellwüchsig, ökologisch wertvoll, ungiftig
- Weißdorn: Laubabwerfend, mittelschnell, ökologisch sehr wertvoll, ungiftig
Tipps für die Heckenpflanzung in Österreich
Egal, für welche Heckenpflanze du dich entscheidest — diese Tipps gelten immer:
- Pflanzzeit: Herbst (Oktober/November) ist ideal. Containerpflanzen gehen auch im Frühling.
- Pflanzabstand: 3–4 Pflanzen pro laufenden Meter bei den meisten Arten.
- Pflanzgraben: Besser als einzelne Löcher — erleichtert die gleichmäßige Pflanzung.
- Nachbarn informieren: In Österreich gelten je nach Bundesland unterschiedliche Grenzabstände (50 cm bis 2 m).
Häufige Fragen
Ist Kirschlorbeer in Österreich verboten?
Nein, aktuell ist Kirschlorbeer in Österreich nicht verboten. Allerdings wird sein invasives Potenzial zunehmend diskutiert. In der Schweiz gibt es bereits regionale Verbote.
Welche Hecke wächst am schnellsten?
Kirschlorbeer und Liguster wachsen mit 30–50 cm pro Jahr am schnellsten. Auch Hainbuche legt gut zu. Eibe und Stechpalme wachsen langsamer.
Welche Hecke ist am pflegeleichtesten?
Hainbuche und Eibe gelten als besonders pflegeleicht. Sie brauchen nur ein bis zwei Schnitte pro Jahr und sind sehr robust.
Kann ich Kirschlorbeer-Schnitt kompostieren?
Das wird nicht empfohlen, da alle Pflanzenteile giftig sind (Blausäure). Bringe den Schnitt zur Grünschnitt-Sammelstelle deiner Gemeinde.
Welche Hecke eignet sich für schattige Standorte?
Eibe und Kirschlorbeer vertragen Schatten am besten. Auch Hainbuche kommt mit Halbschatten gut zurecht.
Wie hoch darf eine Hecke in Österreich sein?
Das regelt das jeweilige Landes-Nachbarschaftsrecht. In den meisten Bundesländern sind Hecken bis 2 m Höhe erlaubt, wenn der vorgeschriebene Grenzabstand eingehalten wird.
Professionelle Gartenplanung gewünscht?
Starte mit einer kostenlosen Erstberatung — 15 Minuten, unverbindlich.
Erstberatung buchen →Lass dir deinen Garten planen
Individuell geplant, standortgerecht, klimaangepasst. Starte mit einer kostenlosen Erstberatung.
Erstberatung buchen →


