Eine Feuerstelle im Garten ist mehr als eine Wärmequelle – sie ist ein Treffpunkt, ein Stimmungsmacher und ein archaisches Element, das Menschen zusammenbringt. Ob gemauerte Feuerschale, eingelassene Grube oder moderner Gas-Feuertisch: In diesem Ratgeber erfährst du, welche Optionen es gibt, was du bei Planung, Sicherheit und Genehmigung beachten musst und wie du deine Feuerstelle stilvoll in den Garten integrierst.
Feuerstelle im Garten: Welche Varianten gibt es?
Offene Feuerschale: Die einfachste und flexibelste Variante. Feuerschalen aus Stahl, Cortenstahl oder Gusseisen stehen frei im Garten und können bei Bedarf versetzt werden. Sie kosten 50–500 € und eignen sich perfekt für den Einstieg. Cortenstahl-Schalen entwickeln eine attraktive Rostpatina, die sie mit der Zeit immer schöner werden lässt.
Eingelassene Feuergrube (Fire Pit): Eine in den Boden eingelassene, gemauerte Feuerstelle ist ein permanentes Gestaltungselement. Sie wirkt elegant und integriert sich nahtlos in die Gartenlandschaft. Runde oder quadratische Formen, eingefasst mit Naturstein, Klinker oder Beton – die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig.
Gas-Feuertisch: Moderne Gas-Feuertische bieten Feuer auf Knopfdruck, ohne Rauch, Funken oder Asche. Sie werden mit Propangas betrieben und sind ideal für die Terrasse oder den modernen Gartenbereich. Kosten: 500–3.000 €. Der Nachteil: Es fehlt der Holzduft und das Knistern echten Feuers.
Schwedenfeuer und Feuerkorb: Für gelegentliche Lagerfeuer-Atmosphäre sind Feuerkörbe aus Stahl (30–200 €) oder Schwedenfeuer (einzelne Holzstämme mit Kreuzschnitt) die unkompliziertesten Lösungen. Sie brauchen weder Fundament noch Genehmigung und sind schnell einsatzbereit.
Den richtigen Standort wählen
Der Standort deiner Feuerstelle muss Sicherheit, Komfort und Nachbarschaftsfrieden gleichermaßen berücksichtigen. Halte mindestens 3 Meter Abstand zu Gebäuden, Zäunen, Hecken und überhängenden Bäumen. In vielen Gemeinden gelten sogar strengere Abstände – informiere dich bei deiner lokalen Feuerwehr.
Der Untergrund sollte nicht brennbar sein: Kies, Naturstein, Beton oder eine Fläche aus Terrassenplatten sind ideal. Auf Rasenflächen verbrennst du ohne Unterlage den Rasen im Umkreis von einem Meter. Eine feuerfeste Unterlage (Stahlplatte, Steinplatte) schützt den Boden unter mobilen Feuerschalen.
Denke an die Windrichtung: Die Hauptwindrichtung in Österreich ist West bis Nordwest – positioniere die Sitzplätze so, dass der Rauch nicht auf die Terrasse oder zum Nachbarn zieht. Ein leicht tiefergelegter Standort oder eine Hecke als Windschutz kann die Rauchentwicklung deutlich reduzieren.
Feuerstelle selber bauen: Anleitung
Runde Feuergrube aus Naturstein (Durchmesser 120 cm): Hebe eine Grube von 30 cm Tiefe aus und fülle 15 cm Schotter als Drainage ein. Setze feuerfeste Steine (Granit, Basalt – kein Kalkstein oder Sandstein, diese können durch Hitze platzen) kreisförmig in zwei bis drei Lagen aufeinander. Der Innenring sollte mit Schamottsteinen ausgekleidet werden.
Material und Kosten: Für eine gemauerte Feuergrube brauchst du: ca. 30–40 Natursteine, 10–15 Schamottsteine, 5 Sack feuerfesten Mörtel, Schotter und Geotextil. Gesamtkosten: 200–500 € bei Eigenleistung. Die Arbeitszeit beträgt einen Tag für den Aushub und einen Tag für das Mauern.
Wichtig: Verwende ausschließlich feuerfeste Materialien. Normale Ziegel, Klinker und vor allem feuchte Natursteine können bei Hitze explodieren. Schamottsteine aus dem Ofenbau-Fachhandel sind die sicherste Wahl für die Innenseite. Lasse neue Feuerstellen vor dem ersten großen Feuer mit kleinen Feuern „einbrennen”, damit die Steine langsam trocknen.
Sicherheit und Brandschutz
Sicherheit hat bei offenen Feuerstellen oberste Priorität. Halte immer einen Eimer Wasser, einen Gartenschlauch oder einen Feuerlöscher in Reichweite. Lasse das Feuer niemals unbeaufsichtigt brennen, besonders wenn Kinder oder Haustiere in der Nähe sind.
Ein Funkenschutzgitter über der Feuerstelle verhindert Funkenflug – besonders wichtig bei windigem Wetter. Gitter aus Edelstahl mit feiner Maschenweite sind am wirksamsten. Verbrenne nur trockenes, unbehandeltes Holz – feuchtes Holz qualmt stark, behandeltes Holz (Paletten, lackiertes Holz) setzt giftige Stoffe frei.
Lösche das Feuer am Ende des Abends vollständig – Glut kann bei Wind auch Stunden später noch Funken schlagen. Schütte Wasser auf die Glut und rühre die Asche um, bis kein Dampf mehr aufsteigt. Erst dann ist die Feuerstelle wirklich gelöscht.
Rechtliche Situation in Österreich
In Österreich gibt es kein einheitliches Bundesgesetz für private Feuerstellen. Die Regelungen variieren nach Bundesland und Gemeinde. Generell gilt: Kleine, kontrollierte Feuer in dafür vorgesehenen Feuerstellen (Schalen, Grills, gemauerte Feuerstellen) sind in den meisten Gemeinden erlaubt, solange sie keine Belästigung für die Nachbarn darstellen.
Das Verbrennen von Gartenabfällen ist in vielen Bundesländern ganzjährig oder saisonal verboten. In Niederösterreich beispielsweise ist das Verbrennen von biogenen Abfällen grundsätzlich verboten. In Wien gilt ein generelles Verbot offener Feuer im Freien – hier sind nur geschlossene Feuerstellen (Feuerschalen mit Deckel, Grills) erlaubt.
Bei Trockenheit und Waldbrandgefahr können Gemeinden kurzfristige Feuerverbote aussprechen. Achte auf entsprechende Meldungen in den lokalen Medien und auf der Website deiner Gemeinde. Halte dich in jedem Fall an die Nachtruhe (22:00–6:00 Uhr) – rauchende Feuer zu später Stunde sind ein häufiger Grund für Nachbarschaftsstreitigkeiten.
Sitzplatz rund um die Feuerstelle gestalten
Die Feuerstelle ist ein geselliger Ort – gestalte den Sitzbereich entsprechend einladend. Eine kreisförmige Anordnung von Sitzgelegenheiten fördert Kommunikation und Gemeinschaft. Plane für jede Person etwa 60–80 cm Sitzbreite und einen Abstand von 1–1,5 m zur Flamme.
Natursteinmauern als integrierte Sitzflächen (mit Holzauflage für den Komfort) sind die eleganteste Lösung – sie gehören zur Feuerstelle und brauchen keine separate Möblierung. Alternativ eignen sich wetterfeste Holzbänke, Loungemöbel oder rustikale Baumstamm-Hocker für den natürlichen Look.
Ergänze den Feuerplatz mit praktischen Details: Eine Ablagefläche für Getränke und Grillgut, Deckenhalter für kühle Abende, eine Aufbewahrung für Brennholz und Grillzubehör. Ein Holzlager in Sichtweite sieht dekorativ aus und stellt sicher, dass immer Nachschub bereitliegt.
Brennholz und Feuer richtig machen
Gutes Brennholz ist der Schlüssel zu einem angenehmen Feuer. Verwende nur trockenes Hartholz (Buche, Eiche, Esche, Birke) mit einem Restfeuchtgehalt unter 20 %. Frisch geschlagenes Holz muss mindestens zwei Jahre gespalten und luftig gelagert trocknen, bevor es verbrannt werden kann.
Birkenholz ist ideal für Feuerschalen – es brennt hell, riecht angenehm und produziert wenig Funken. Buchenholz erzeugt die meiste Glut und eignet sich hervorragend zum Grillen. Fichtenholz solltest du vermeiden – es harzt, knistert stark und schleudert Funken.
Für ein rauchfreies Feuer verwende die „Top-Down”-Methode: Lege die dicksten Scheite unten hin, dann mittlere Scheite quer darüber, ganz oben Anzündhölzer und Anzünder. Das Feuer brennt von oben nach unten und produziert deutlich weniger Rauch als die klassische Methode, bei der unten angezündet wird.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Genehmigung für eine Feuerstelle im Garten?
Für mobile Feuerschalen und kleine Feuergruben brauchst du in der Regel keine Genehmigung. Fest eingebaute Feuerstellen mit Kamin oder größere Anlagen können je nach Gemeinde meldepflichtig sein. Informiere dich bei deiner Gemeinde und halte die Mindestabstände zu Gebäuden und Grundstücksgrenzen ein.
Welcher Abstand zur Grundstücksgrenze ist einzuhalten?
Als Faustregel gilt ein Mindestabstand von 3 Metern zu Gebäuden, Zäunen und Grundstücksgrenzen. Manche Gemeinden schreiben größere Abstände vor. Bei offenen Feuerstellen sollten auch 5 Meter zu Bäumen und brennbaren Materialien eingehalten werden.
Was kostet eine Feuerstelle im Garten?
Eine Feuerschale aus Cortenstahl kostet 100–500 €, eine gemauerte Feuergrube 200–800 € bei Eigenleistung. Gas-Feuertische liegen bei 500–3.000 €. Dazu kommen Kosten für den Sitzbereich – von einfachen Baumstämmen (kostenlos) bis zu professionell gestalteten Natursteinmauern (2.000–5.000 €).
Welches Holz eignet sich am besten für die Feuerstelle?
Trockenes Hartholz mit unter 20 % Restfeuchte: Birke für helles, duftendes Feuer, Buche für langanhaltende Glut, Eiche für ausdauernde Wärme. Vermeide Nadelholz (Funkenflug) und behandeltes Holz (giftige Dämpfe). Holz muss mindestens zwei Jahre luftig gelagert trocknen.
Darf ich in meinem Garten Gartenabfälle verbrennen?
In den meisten österreichischen Bundesländern ist das Verbrennen von Gartenabfällen verboten oder stark eingeschränkt. In Niederösterreich und Wien gilt ein generelles Verbot. Bringe Gartenabfälle stattdessen zur Kompostierung oder zum Grünschnitt-Sammelplatz deiner Gemeinde.
Wie lösche ich eine Feuerstelle sicher?
Schütte Wasser über die Glut, rühre die Asche mit einem Metallstab um und wiederhole den Vorgang, bis kein Dampf oder Zischen mehr zu hören ist. Alternativ: Glut mit Sand oder Erde abdecken. Lasse Glut niemals unbeaufsichtigt ausbrennen – bei Wind können Funken fliegen.
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