Was kostet eine Gartengestaltung wirklich? Diese Frage beschaeftigt jeden, der einen Garten neu anlegen oder umgestalten will. In Österreich liegen die Kosten je nach Anspruch zwischen 30 und 500 Euro pro Quadratmeter. Wir schluesseln die wichtigsten Kostenpositionen auf und zeigen dir, wo du sparen kannst — und wo besser nicht.
Was kostet ein Garten pro m²? Übersicht für Österreich
Die Gesamtkosten für eine Gartengestaltung haengen von Grundstuecksgröße, Gelaendeverhaeltnissen, Materialwahl und dem gewuenschten Ausstattungsgrad ab. Hier die Richtwerte für Österreich (Stand 2025):
Basis-Gestaltung (Rasen, einfache Wege, Grundbepflanzung): 30–80 Euro/m²
Gehobene Gestaltung (Naturstein, hochwertige Stauden, Terrasse, Beleuchtung): 80–200 Euro/m²
Premium-Gestaltung (Architektenplanung, Pool, Outdoor-Kueche, aufwaendige Bepflanzung): 200–500+ Euro/m²
Für einen durchschnittlichen Hausgarten von 400 m² bedeutet das: 12.000 bis 80.000 Euro — eine enorme Spanne, die zeigt, wie wichtig eine realistische Budgetplanung ist.
Erdarbeiten und Gelaendemodellierung
Erdarbeiten sind oft der größte versteckte Kostenblock. Wenn der Oberboden abgetragen, neuer Mutterboden aufgebracht oder das Gelaende modelliert werden muss, kommen schnell 5.000–15.000 Euro zusammen.
Typische Kosten: Baggerarbeiten 60–90 Euro/Stunde, Abtransport von Erdaushub 30–50 Euro/m³, Mutterboden-Lieferung 25–40 Euro/m³. Bei Hanggrundstuecken oder schweren Boeden (Lehm) steigen die Kosten nochmals.
Spartipp: Lass den Aushub auf dem Grundstueck verwerten — als Huegel, Böschung oder Hochbeet-Fuellung. Das spart Entsorgungskosten, die bei lehmigem Boden besonders hoch sind.
Terrasse und Hartflaechen
Die Terrasse ist meist das teuerste Einzelelement im Garten. Die Kosten setzen sich zusammen aus Unterbau, Belag und Verlegearbeit.
Betonplatten: 40–80 Euro/m² (Material + Verlegung)
Naturstein (Granit, Gneis): 80–180 Euro/m²
Feinsteinzeug (grossformatig): 70–150 Euro/m²
Holz (Laerche/Thermoesche): 80–160 Euro/m²
WPC (Holz-Kunststoff): 90–170 Euro/m²
Dazu kommt der Unterbau: Schotterschicht, Splittbett oder Stelzlager — je nach System 20–50 Euro/m² zusaetzlich. Für eine 30-m²-Terrasse landest du also bei 2.000 bis 7.000 Euro.

Bepflanzung: Rasen, Stauden, Baeume, Hecken
Die Bepflanzungskosten werden oft unterschaetzt. Ein einzelner Hausbaum mit Pflanzung kostet 200–800 Euro, eine Heckenbepflanzung pro Laufmeter 30–80 Euro (ohne Sichtschutzeffekt im ersten Jahr).
Rollrasen: 10–18 Euro/m² (inkl. Verlegung)
Rasen-Ansaat: 3–6 Euro/m²
Staudenbeet (dicht bepflanzt): 30–60 Euro/m²
Hecke (Hainbuche, 80 cm): 8–15 Euro/Laufmeter (nur Pflanzen)
Einzelbaum (Hochstamm): 200–800 Euro
Spartipp: Kaufe Stauden in kleinen Topfgrößen (9-cm-Toepfe statt 2-Liter-Container). Sie sind deutlich guenstiger und wachsen innerhalb einer Saison auf die gleiche Größe heran.
Einfriedung: Zaun, Mauer, Sichtschutz
Die Grundstueckseinfriedung ist ein erheblicher Kostenfaktor — besonders bei langen Grundstuecksgrenzen. Richtwerte pro Laufmeter inklusive Montage:
Maschendrahtzaun: 25–50 Euro/lfm
Doppelstabmattenzaun: 60–120 Euro/lfm
Holzzaun (Laerche): 80–180 Euro/lfm
Gabionen (Steinkoerbe): 150–350 Euro/lfm
Betonmauer mit Verputz: 200–500 Euro/lfm
Bei einem Grundstueck mit 60 lfm Grenze summiert sich selbst ein einfacher Zaun auf 1.500–3.000 Euro. Eine Gabionenmauer kann 10.000–20.000 Euro kosten. Überlege genau, wo Sichtschutz noetig ist und wo ein einfacher Zaun mit Heckenbepflanzung genuegt.
Beleuchtung, Bewässerung und Technik
Gartenbeleuchtung und automatische Bewässerung erhöhen den Komfort erheblich, kosten aber auch entsprechend.
Gartenbeleuchtung (professionell): 2.000–8.000 Euro für einen mittleren Garten. Einzelne LED-Spots kosten 50–200 Euro/Stueck, dazu kommen Kabelverlegung und Trafo.
Automatische Bewässerung: 1.500–5.000 Euro je nach Gartengröße. Versenkregner, Tropfschlaeuche und Steuergeraet. Spart langfristig Wasser und Zeit.
Diese Systeme solltest du frueh in die Planung einbeziehen — die Leitungen muessen vor der Bepflanzung verlegt werden. Nachreusten ist deutlich teurer und aufwaendiger.

Pool, Teich und Wasserelemente
Ein Pool ist der größte Einzelposten bei vielen Gartenprojekten. Realistische Kosten für Österreich:
Aufstellpool (einfach): 500–3.000 Euro
Einbaupool (GFK, 8 × 4 m): 25.000–45.000 Euro
Naturpool/Schwimmteich: 30.000–80.000 Euro
Betonpool (individuell): 40.000–100.000+ Euro
Zusaetzlich fallen jaehrliche Betriebskosten an: Filterung, Heizung, Wasserchemie — rechne mit 500–1.500 Euro pro Jahr für einen Standard-Pool. Ein Naturpool hat niedrigere Betriebskosten, dafür hoehere Anschaffungskosten.
Eigenleistung vs. Fachfirma: Wo lohnt sich Selbermachen?
Eigenleistung kann die Kosten um 30–50 % senken. Gut selbst machbar sind: Pflanzarbeiten, einfache Wege verlegen, Rasen ansaeen, Mulchen, einfache Zaeuene setzen.
Profis solltest du beauftragen fuer: Erdarbeiten mit Bagger, Naturstein-Verlegung, Elektro- und Wasseranschluesse, Mauerbau und alles, wo Statik eine Rolle spielt. Fehler bei diesen Arbeiten sind teuer zu korrigieren.
Ein guter Mittelweg: Lass den Unterbau und die technischen Arbeiten von einer Firma erledigen und übernimm die Bepflanzung und Feinarbeiten selbst. So sparst du dort, wo Fehler wenig kosten.
Budgetplanung: So kalkulierst du realistisch
Plane immer 15–20 % Puffer ein — unvorhergesehene Kosten gibt es bei jedem Gartenprojekt. Ein Felsen im Boden, eine Drainage-Notwendigkeit oder eine nachtraegliche Stützmauer können das Budget schnell sprengen.
Erstelle eine Prioritaetenliste: Was muss sofort sein (Terrasse, Rasen, Einfriedung), was kann später kommen (Beleuchtung, Bewässerung, Gartenhaus)? Viele Gärten lassen sich sinnvoll in Etappen umsetzen — über 2–3 Jahre verteilt.
Hol mindestens drei Angebote ein und vergleiche auf Basis eines einheitlichen Leistungsverzeichnisses. Nur so sind die Preise wirklich vergleichbar.

Häufige Fragen
Was kostet eine komplette Gartengestaltung für 500 m²?
Je nach Ausstattung zwischen 15.000 und 250.000 Euro. Eine solide Gestaltung mit Terrasse, Rasen, Bepflanzung und Zaun liegt für 500 m² bei 40.000–80.000 Euro.
Wie viel kostet ein Quadratmeter Garten?
Zwischen 30 und 500 Euro pro m². Basis-Gestaltung ab 30 Euro/m², gehobene Ausfuehrung 80–200 Euro/m², Premium mit Pool und Architektenplanung ab 200 Euro/m².
Kann ich die Gartengestaltung steuerlich absetzen?
In Österreich können Handwerkerleistungen im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen teilweise geltend gemacht werden. Materialkosten sind nicht absetzbar. Frag deinen Steuerberater nach den aktuellen Regelungen.
Wie viel sollte man für den Garten budgetieren?
Als Faustregel gelten 10–15 % der Baukosten des Hauses. Bei einem Hausbau um 400.000 Euro waeren das 40.000–60.000 Euro — ein realistischer Rahmen für eine gehobene Gartengestaltung.
Was ist guenstiger: Rollrasen oder Rasenansaat?
Ansaat kostet 3–6 Euro/m², Rollrasen 10–18 Euro/m². Rollrasen ist sofort nutzbar und unkrautfrei, Ansaat braucht 2–3 Monate Geduld. Bei grossen Flaechen lohnt sich Ansaat finanziell.
Welche Eigenleistungen sparen am meisten?
Pflanzarbeiten, Rasensaat und einfache Zaunmontage bieten das beste Verhaeltnis von Ersparnis zu Risiko. Erdarbeiten und Natursteinverlegung solltest du Profis überlassen.
Wann ist die beste Zeit für die Gartenanlage?
Erdarbeiten und Hartflaechen idealerweise im Spaetsommer/Herbst. Pflanzungen im Herbst (September–November) oder Fruehjahr (Maerz–Mai). Pool-Bau am besten im Winter für Fertigstellung bis zum Sommer.
Wie kann ich bei der Gartengestaltung am meisten sparen?
Etappenweise umsetzen, Eigenleistung bei Pflanzungen, kleine Topfgrößen bei Stauden kaufen, mehrere Angebote vergleichen und auf saisonale Rabatte bei Pflanzen achten (Herbst ist oft guenstiger).
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