Gartenplanung & Kosten

Gartenplan zeichnen: So erstellst du deinen Entwurf

Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur
13. März 2026
Aktualisiert: 14. März 2026
6 Min Lesezeit

Einen Gartenplan zu zeichnen ist der wichtigste Schritt, bevor du Pflanzen kaufst oder einen Bagger bestellst. Egal ob auf Millimeterpapier oder am Computer — ein massstaeeblicher Plan hilft dir, Fehler zu vermeiden und dein Budget sinnvoll einzusetzen. Hier lernst du Schritt für Schritt, wie du deinen eigenen Gartenplan erstellst.

Zeichnen

Zeichnen
Massstab

Massstab
Grundriss

Grundriss
Entwurfsideen

Entwurfsideen

Warum du unbedingt einen Gartenplan brauchst

Ohne Plan passieren die typischen Fehler: Pflanzen stehen zu eng, die Terrasse ist zu klein, der Weg fuehrt im Bogen um nichts herum. Ein Gartenplan zwingt dich, vorher zu denken — und das spart hinterher Zeit, Geld und Nerven.

Der Plan muss kein Kunstwerk sein. Wichtig ist, dass er massstaeeblich ist und alle wesentlichen Elemente zeigt: Grundstuecksgrenzen, Haus, bestehende Baeume, Himmelsrichtung, Gefaelle, Leitungen. Alles andere baust du darauf auf.

Auch wenn du einen Profi beauftragst, hilft ein eigener Vorentwurf: Du kommunizierst deine Wuensche viel klarer, und der Planer versteht sofort, was dir wichtig ist.

Grundstueck vermessen: So gehst du vor

Nimm dir einen Nachmittag Zeit und miss dein Grundstueck sorgfaeltig aus. Du brauchst: ein langes Massband (mindestens 25 m), einen Meterstab, Papier und Bleistift. Noch besser: eine zweite Person zum Halten des Massbands.

Miss zuerst die Grundstuecksgrenzen — Laenge und Breite jeder Seite. Dann die Abstaende vom Haus zu den Grenzen. Anschliessend die Position von Terrasse, Garage, Einfahrt und bestehenden Baeumen oder Hecken.

Tipp: Katasterplan und Bauplan deines Hauses enthalten viele Masse bereits. Frag bei deiner Gemeinde nach dem aktuellen Katasterauszug — dort sind Grundstuecksgrenzen und Hausposition exakt eingetragen.

Massstab festlegen und Grundriss zeichnen

Für Hausgärten hat sich der Massstab 1:100 bewaehrt — 1 cm auf dem Papier entspricht 1 m in der Realitaet. Für kleine Gärten (unter 200 m²) kannst du auch 1:50 nehmen, um mehr Details darstellen zu können.

Verwende Millimeterpapier im Format A3 oder A2. Zeichne zuerst die Grundstuecksgrenzen, dann das Haus als Grundriss. Markiere Tueren und Fenster — besonders wichtig für Sichtachsen und Zugaenge.

Trage die Himmelsrichtung ein (Norden oben, wenn möglich) und markiere Sonnen- und Schattenbereiche. Diese Information ist entscheidend für die spätere Pflanzenauswahl.

gartenplan — Massstab festlegen und Grundriss zeichnen

Funktionszonen definieren

Teile deinen Garten in Funktionszonen ein — bevor du an konkrete Pflanzen oder Materialien denkst. Typische Zonen sind: Terrasse/Sitzbereich, Rasenflaeche/Spielbereich, Nutzgarten, Ruhezone, Wirtschaftsbereich (Kompost, Muelltonnen, Gartenhaus).

Schneide die Zonen aus farbigem Papier im Massstab aus und schiebe sie auf deinem Grundriss hin und her. So findest du die beste Anordnung, ohne radieren zu muessen. Diese Methode verwenden auch professionelle Gartenplaner.

Beachte die Logik: Die Terrasse gehoert ans Haus (nahe zur Kueche), der Nutzgarten in die Sonne, der Kompost in eine unauffaellige Ecke mit guter Erreichbarkeit, Spielflaechen in Sichtweite der Terrasse.

Wege und Achsen planen

Wege verbinden die Funktionszonen und geben dem Garten Struktur. Hauptwege (vom Haus zur Garage, zum Gartentor) sollten mindestens 1,20 m breit und befestigt sein. Nebenwege (zum Kompost, durch Beete) können schmaler und informeller sein.

Zeichne die Wege als Baender in den Plan. Achte auf direkte Verbindungen — wenn ein Weg einen unpraktischen Umweg macht, werden die Leute über den Rasen abkuerzen.

Sichtachsen sind ebenso wichtig: Von der Terrasse aus sollte der Blick auf einen Hoehepunkt fallen (Baum, Wasserspiel, Skulptur), nicht auf den Kompost oder die Nachbargarage.

Bepflanzung im Plan darstellen

Zeichne Baeume als Kreise mit dem Durchmesser der ausgewachsenen Krone (ein 6-m-Baum bekommt einen Kreis von 6 cm im Massstab 1:100). So siehst du sofort, ob genug Platz da ist — und erkennst, wo es in 10 Jahren eng wird.

Hecken zeichnest du als schmale Rechtecke in ihrer ausgewachsenen Breite. Staudenbeete als freie Formen, Rasenflaechen als leere Flaechen. Verwende unterschiedliche Farben oder Schraffuren für verschiedene Pflanzentypen.

Profi-Tipp: Erstelle neben dem Grundriss-Plan eine separate Pflanzliste mit lateinischem und deutschem Namen, Pflanzabstand, Stueckzahl und Topfgröße. So hast du die perfekte Einkaufsliste für die Baumschule.

gartenplan — Bepflanzung im Plan darstellen

Digitale Tools für den Gartenplan

Wenn du lieber digital arbeitest, gibt es gute Alternativen zum Millimeterpapier. Kostenlose Tools wie Floorplanner, SketchUp Free oder der Gardena Gartenplaner ermöglichen massstaeebliches Zeichnen am Computer.

Für Smartphones gibt es Apps wie iScape oder Home Outside, die sogar Fotos deines Gartens mit virtuellen Pflanzen überlagern können. Die Ergebnisse sind nicht professionell, geben aber einen guten ersten Eindruck.

Professionelle Software wie Vectorworks oder DATAflor wird von Gartenplanern verwendet, ist aber für Laien überdimensioniert und teuer. Für den Heim-Entwurf genuegen die kostenlosen Alternativen vollkommen.

Häufige Fehler beim Gartenplan

Pflanzen zu eng setzen: Der häufigste Fehler. Ein frisch gepflanzter Garten sieht leer aus — das ist normal. Widerstehe dem Drang, zu dicht zu pflanzen. In 3–5 Jahren wirst du froh sein.

Wuchshoehen ignorieren: Niedrige Pflanzen vor hohe setzen — klingt logisch, wird aber oft vergessen. Zeichne im Plan die Hoehen mit ein, zumindest als Notiz.

Keine Reserveflaechen: Plane 10–15 % der Flaeche als ungenutzt ein. Gartenvorstellungen aendern sich, und ein Pool, eine Schaukel oder ein Hochbeet lassen sich leichter nachreusten, wenn Platz da ist.

Häufige Fragen

Welchen Massstab nehme ich für einen Gartenplan?

1:100 ist Standard für Hausgärten (1 cm = 1 m). Für kleine Gärten unter 200 m² eignet sich 1:50 besser, für grosse Grundstuecke ab 2.000 m² reicht 1:200.

Brauche ich einen professionellen Plan?

Für einfache Gärten reicht ein selbst gezeichneter Plan. Bei komplexen Projekten (Hanglage, Pool, umfangreiche Pflanzung) lohnt sich eine professionelle Planung, die auch als Grundlage für Angebote dient.

Welches Papier verwende ich?

Millimeterpapier in A3 oder A2 ist ideal. Die Kästhchen helfen beim massstaeeblichen Zeichnen. Alternativ kannst du einen leeren Plan ausdrucken und darauf zeichnen.

Wie zeichne ich Baeume im Grundriss?

Als Kreis mit dem Durchmesser der ausgewachsenen Krone. Ein Baum mit 6 m Kronendurchmesser wird im Massstab 1:100 als Kreis mit 6 cm Durchmesser gezeichnet.

Gibt es kostenlose Software für Gartenplaene?

Ja — Floorplanner, SketchUp Free und der Gardena Gartenplaner sind kostenlos nutzbar. Für Smartphones eignen sich Apps wie iScape oder Home Outside.

Woher bekomme ich die genauen Grundstuecksmasse?

Vom Katasterauszug deiner Gemeinde, aus dem Bauplan deines Hauses oder durch eigenes Nachmessen mit einem langen Massband. Der Katasterplan ist am genauesten.

Wie plane ich die Bepflanzung im Gartenplan?

Zeichne Baeume als Kreise (Kronendurchmesser), Hecken als Rechtecke, Beete als freie Formen. Erstelle eine separate Pflanzliste mit Artnamen, Stueckzahl und Pflanzabstand.

Professionelle Gartenplanung gewünscht?

Starte mit einer kostenlosen Erstberatung — 15 Minuten, unverbindlich.

Erstberatung buchen →

Lass dir deinen Garten planen

Individuell geplant, standortgerecht, klimaangepasst. Starte mit einer kostenlosen Erstberatung.

Erstberatung buchen →
Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur

Studierte Landschaftsplanerin (BSc Landschaftsplanung und -architektur) mit mehrjähriger Praxiserfahrung in Gartenbaubetrieben — Schwerpunkt klimaangepasste Bepflanzung und nachhaltige Gartengestaltung. Janja plant Gärten in ganz Österreich — online und vor Ort in Kärnten und der Steiermark.

Professionelle Gartenplanung
für deinen Garten

Starte mit einer kostenlosen Erstberatung. 15 Minuten, ganz unverbindlich.