Ratgeber

Gartenplanung: Kosten, Ablauf & Tipps vom Profi

Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur
13. März 2026
7 Min Lesezeit

Du hast ein Haus gebaut oder gekauft — und jetzt steht da ein leeres Grundstück. Oder dein bestehender Garten sieht nicht mehr so aus, wie du dir das vorstellst. In beiden Fällen führt kein Weg an einer durchdachten Gartenplanung vorbei. Aber was kostet das eigentlich? Wie läuft so eine Planung ab? Und lohnt sich ein Profi, oder kannst du das selbst?

In diesem Ratgeber bekommst du einen ehrlichen Überblick über Kosten, Ablauf und die wichtigsten Tipps — basierend auf unserer Erfahrung aus der täglichen Gartenplanung für Eigenheime in ganz Österreich.

Gartenplanung — Pflanzen setzen nach professionellem Plan

Was kostet eine professionelle Gartenplanung?

Die Kosten für eine Gartenplanung hängen von drei Faktoren ab: Gartengröße, Leistungsumfang und ob du Online- oder Vor-Ort-Planung wählst.

Hier eine realistische Übersicht:

Gartenplanung — fertig gestalteter Garten mit Terrasse und Bepflanzung
LeistungPreisWas ist enthalten?
Pflanzplanab 390 €Individuelle Pflanzliste, PDF mit Positionen, 1 Feedback-Runde
Gartenkonzeptab 890 €Pflanzplan + Zonierung, Materialliste, Video-Besprechung
Premium Vor-Ortab 1.800 €Alles aus dem Konzept + Begehung, Baubegleitung, Partner-Koordination
Zum Vergleich: Ein klassischer Gartenarchitekt verlangt für ein Gesamtkonzept oft 3.000 bis 8.000 Euro. Online-Gartenplanung ist deutlich günstiger, weil der Vor-Ort-Aufwand entfällt — die Qualität der Planung ist aber dieselbe.

Wichtig: Die Kosten für die Gartenplanung sind nicht die Kosten für die Umsetzung. Pflanzen, Erde, Materialien und eventuell Handwerker kommen extra. Rechne für einen durchschnittlichen Neubaugarten (300 bis 500 m²) mit Umsetzungskosten von 15.000 bis 40.000 Euro, je nach Ausstattung.

Wie läuft eine Gartenplanung ab?

Gartenplanung — vielfältige Bepflanzung mit Blumenbeeten

Egal ob du online planst oder einen Gartenplaner vor Ort beauftragst — der Ablauf folgt immer einer ähnlichen Struktur:

Schritt 1: Briefing und Bestandsaufnahme Du beschreibst dein Grundstück, deine Wünsche und die Rahmenbedingungen. Bei einer Online-Planung geschieht das über ein Formular mit Fotos, Grundriss und Angaben zu Himmelsrichtung, Boden und Nutzung. Bei einer Vor-Ort-Planung kommt der Gartenplaner für eine Begehung.

Schritt 2: Konzept und Entwurf Die Gartenplanerin erstellt auf Basis deiner Angaben einen Entwurf. Das kann ein reiner Pflanzplan sein (welche Pflanze kommt wohin) oder ein komplettes Gartenkonzept mit Zonierung, Wegeführung, Terrassengestaltung und Materialvorschlägen.

Schritt 3: Feedback und Anpassung Du bekommst den Entwurf vorgestellt — per Video-Call oder persönlich. Hier kannst du Änderungswünsche einbringen. Bei den meisten Paketen ist mindestens eine Feedback-Runde inkludiert.

Schritt 4: Finaler Plan Nach der Anpassung erhältst du den fertigen Plan als PDF. Dieser enthält alle Informationen, die du oder dein Gärtner für die Umsetzung brauchen: Pflanzliste mit Stückzahlen, Pflanzabstände, Materialliste und gegebenenfalls technische Zeichnungen.

Schritt 5: Umsetzung Den Plan kannst du selbst umsetzen, an einen Gärtner weitergeben oder — bei einem Premium-Paket — mit professioneller Baubegleitung realisieren lassen.

Gartenplanung selber machen oder Profi beauftragen?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.

Selber planen lohnt sich, wenn:
  • Du Erfahrung mit Pflanzen und Gestaltung hast
  • Dein Garten klein und überschaubar ist (unter 100 m²)
  • Du Zeit und Geduld für Recherche mitbringst
  • Du bereit bist, Fehler als Lernprozess zu akzeptieren
Einen Gartenplaner beauftragen lohnt sich, wenn:
  • Du einen Neubaugarten hast und bei null anfängst
  • Dein Budget für die Umsetzung über 5.000 Euro liegt
  • Du klimaangepasste und standortgerechte Pflanzen willst
  • Du Fehler vermeiden willst, die später teuer werden (falsche Pflanzen, schlechte Bodenvorbereitung, fehlende Struktur)

Die häufigsten Fehler bei der Gartenplanung ohne Profi: zu viele verschiedene Pflanzen ohne Konzept, keine Berücksichtigung von Lichtverhältnissen und Boden, fehlende Struktur (alles wirkt zufällig) und Pflanzen, die am gewählten Standort nicht gedeihen.

Welche Arten von Gartenplanung gibt es?

Gartenplanung ist nicht gleich Gartenplanung. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Planungsleistungen:

Pflanzplan: Fokus auf die Bepflanzung. Welche Pflanzen kommen wohin? Berücksichtigt Standort, Klima, Boden und deine Wünsche. Ideal, wenn die Grundstruktur (Terrasse, Wege, Rasen) bereits steht.

Gartenkonzept: Umfassende Planung des gesamten Gartens. Zonierung (wo ist die Terrasse, wo der Nutzgarten, wo die Ruhezone?), Materialien, Pflanzplan und Gesamtgestaltung. Sinnvoll bei Neubau oder kompletter Umgestaltung.

Gartenvisualisierung: 2D- oder 3D-Darstellung des geplanten Gartens. Hilft dir, das Ergebnis vor der Umsetzung zu sehen. Besonders nützlich, wenn du dir schwertust, Pläne zu lesen.

Baubegleitung: Der Gartenplaner begleitet die Umsetzung vor Ort, koordiniert Handwerker und stellt sicher, dass der Plan korrekt umgesetzt wird.

Was macht eine gute Gartenplanung aus?

Nicht jeder Plan ist ein guter Plan. Achte auf folgende Qualitätsmerkmale:

  • Standortanalyse: Boden, Licht, Himmelsrichtung und Klima werden berücksichtigt — nicht nur deine Wunschliste
  • Klimaanpassung: Pflanzen, die auch in Zukunft mit Trockenheit und Hitze zurechtkommen
  • Ganzjährige Wirkung: Dein Garten soll nicht nur im Juni schön aussehen, sondern auch im November
  • Pflegeaufwand realistisch: Ein pflegeleichter Garten sieht anders aus als ein englischer Rosengarten — und das muss bei der Planung berücksichtigt werden
  • Fachliche Qualifikation: Wer plant, sollte Pflanzenwissen haben. Ein Studium in Gartenbau oder Landschaftsarchitektur ist ein gutes Zeichen

Bei Fiore Garten basiert jeder Plan auf einer fundierten Standortanalyse. Die Gründerin hat einen Bachelor in Gartenbauwissenschaften (BOKU Wien) und kennt die Böden und klimatischen Bedingungen in Kärnten, der Steiermark und ganz Österreich.

Online-Gartenplanung vs. Gartenplaner vor Ort — was ist besser?

Online-Gartenplanung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Und das aus gutem Grund:

Vorteile Online-Gartenplanung:
  • Deutlich günstiger (oft 50 bis 70 Prozent weniger als Vor-Ort)
  • Keine Wartezeiten durch Anfahrt und Terminkoordination
  • Für ganz Österreich verfügbar, nicht nur lokal
  • Gleiche Planungsqualität bei klarem Briefing
Wann Vor-Ort besser ist:
  • Hanglagen oder komplexe Geländeformen
  • Großprojekte über 500 m² mit vielen Gewerken
  • Wenn du eine persönliche Baubegleitung brauchst

Für die meisten Eigenheimgärten (150 bis 500 m²) ist eine Online-Gartenplanung die beste Wahl. Du sparst Geld und bekommst trotzdem einen professionellen Plan.

Wie viel kostet die Umsetzung eines Gartenplans?

Die Planungskosten sind nur ein kleiner Teil des Gesamtbudgets. Hier eine realistische Einschätzung für die Umsetzung:

PostenKosten pro m²Beispiel 300 m²
Erdarbeiten & Vorbereitung8–15 €2.400–4.500 €
Rasen (Rollrasen)10–18 €3.000–5.400 €
Bepflanzung (Stauden, Gehölze)15–40 €4.500–12.000 €
Wege & Terrasse50–120 €variabel
Bewässerung (automatisch)3–8 €900–2.400 €
Sichtschutz (Hecke)20–50 € pro Laufmetervariabel
Tipp: Lass dir den Gartenplan so erstellen, dass du die Umsetzung in Etappen machen kannst. Zuerst die Struktur (Terrasse, Wege), dann die Bepflanzung. So verteilst du die Kosten über mehrere Saisonen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Gartenplanung?

Die meisten Gartenbesitzer denken erst im Frühling an die Gartenplanung — und genau das ist zu spät. Wenn du im April mit der Planung startest, ist die Pflanzsaison fast vorbei, bevor du den fertigen Plan in der Hand hast.

Idealer Zeitplan:
  • Oktober bis Dezember: Gartenplanung beauftragen
  • Januar bis Februar: Plan erhalten, Pflanzen bestellen
  • März bis Mai: Umsetzung in der Hauptpflanzsaison
  • September bis Oktober: Herbstpflanzung für Gehölze und Stauden

Wer vorausplant, bekommt die besten Ergebnisse. Und die bessere Auswahl in der Baumschule.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Gartenplanung

Aus unserer Erfahrung sehen wir diese Fehler immer wieder:

  1. Ohne Plan drauflos pflanzen: Ergebnis: zusammengewürfelter Garten ohne Struktur. Nach 2 bis 3 Jahren wird alles wieder umgegraben.
  1. Boden und Licht ignorieren: Rhododendren auf Kalkboden, Lavendel im Schatten — das funktioniert nicht. Eine Standortanalyse ist das Fundament jeder guten Gartenplanung.
  1. Nur an den Sommer denken: Ein guter Garten bietet auch im Herbst und Winter Struktur und Farbe. Immergrüne Gehölze, Gräser und Winterblüher gehören in jeden Plan.
  1. Budget nur für Pflanzen einplanen: Erde, Mulch, Bewässerung, Rasensaat, eventuell Handwerker — die Nebenkosten werden fast immer unterschätzt.
  1. Gartenplanung erst nach dem Hausbau: Wer den Garten von Anfang an mitdenkt, spart Geld. Leitungen für Bewässerung und Beleuchtung lassen sich im Rohbau einfacher verlegen.

Fazit: Lohnt sich eine professionelle Gartenplanung?

Ja — in den allermeisten Fällen. Die Planungskosten von 390 bis 2.400 Euro sind ein Bruchteil der Umsetzungskosten. Und ein durchdachter Plan verhindert teure Fehler, die dich langfristig deutlich mehr kosten.

Du bekommst klimaangepasste Pflanzen, die am richtigen Standort stehen. Einen Garten mit Struktur, der ganzjährig funktioniert. Und die Sicherheit, dass deine Investition in die Umsetzung nicht im nächsten Sommer vertrocknet.

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Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur

Studierte Landschaftsplanerin (BSc Landschaftsplanung und -architektur) mit mehrjähriger Praxiserfahrung in Gartenbaubetrieben — Schwerpunkt klimaangepasste Bepflanzung und nachhaltige Gartengestaltung. Janja plant Gärten in ganz Österreich — online und vor Ort in Kärnten und der Steiermark.

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