Sicherer Garten

Die 10 giftigsten Gartenpflanzen in Österreich

Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur
13. März 2026
Aktualisiert: 30. März 2026
5 Min Lesezeit

In österreichischen Gärten wachsen zahlreiche giftige Pflanzen — manche davon sind äußerst gefährlich. Von Goldregen über Eisenhut bis zur Eibe: Wir stellen dir die 10 giftigsten Gartenpflanzen vor, die in Österreich häufig vorkommen, und zeigen dir sichere Alternativen.

Top 10 Giftpflanzen

Top 10 Giftpflanzen
Österreich

Österreich
Lebensgefahr

Lebensgefahr
Alternativen

Alternativen

Platz 1: Eisenhut — Die giftigste Pflanze Europas

Der Eisenhut (Aconitum napellus) ist die giftigste Pflanze Europas und wächst in österreichischen Gärten als beliebte Staude. Der Giftstoff Aconitin wirkt auf Herz und Nervensystem. Bereits 2-4 mg Aconitin (wenige Gramm der Pflanze) können für einen Erwachsenen tödlich sein.

Besonders gefährlich: Das Gift kann sogar über die intakte Haut aufgenommen werden. Beim Gärtnern unbedingt Handschuhe tragen!

Platz 2: Eibe — Tödliche Hecke

Die Eibe (Taxus baccata) ist eine der häufigsten Heckenpflanzen und zugleich eine der giftigsten. Taxin-Alkaloide in Nadeln, Samen und Rinde können Herzstillstand verursachen. Nur der rote Samenmantel ist ungiftig. Für Kinder, Hunde und besonders Pferde ist die Eibe äußerst gefährlich.

Platz 3: Goldregen — Gefährliche Schönheit

Der Goldregen (Laburnum anagyroides) begeistert mit gelben Blütentrauben, ist aber in allen Teilen hochgiftig. Der Giftstoff Cytisin wirkt ähnlich wie Nikotin auf das Nervensystem. Besonders die bohnenähnlichen Samen sind für Kinder gefährlich, da sie zum Spielen verleiten.

Schon 3-4 Samen können bei Kindern schwere Vergiftungen auslösen: Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, und in seltenen Fällen Atemlähmung. Goldregen sollte in Familiengärten vermieden werden.

goldregen giftig — Platz 3: Goldregen — Gefährliche Schönheit

Platz 4: Oleander — Mediterrane Gefahr

Der Oleander (Nerium oleander) ist auf österreichischen Terrassen allgegenwärtig. Die enthaltenen Herzglykoside (Oleandrin) können schon in geringen Mengen tödlich sein. Sogar der Rauch beim Verbrennen von Oleanderholz ist giftig. Für Kinder kann bereits ein einzelnes Blatt gefährlich werden.

Platz 5-6: Fingerhut und Herbstzeitlose

Der Fingerhut (Digitalis purpurea) enthält Herzglykoside (Digitoxin, Digoxin), die in der Medizin genutzt, in unkontrollierter Dosis aber tödlich sein können. Fingerhut sieht harmlos aus und wird oft als Wildpflanze geduldet.

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) enthält Colchicin und wird tragischerweise oft mit Bärlauch verwechselt. Die Vergiftung verläuft langsam, aber häufig tödlich. In Österreich kommt es regelmäßig zu Vergiftungsfällen durch Verwechslung.

Platz 7-8: Tollkirsche und Seidelbast

Die Tollkirsche (Atropa belladonna) wächst wild in österreichischen Wäldern und Gärten. Die glänzenden schwarzen Beeren sind für Kinder besonders verlockend. Atropin und Scopolamin verursachen Halluzinationen, Herzrasen und können tödlich sein. Schon 3-5 Beeren sind für Kinder gefährlich.

Der Seidelbast (Daphne mezereum) trägt im Sommer leuchtend rote Beeren, die Mezerein und Daphnin enthalten. Bereits 10-12 Beeren können für Erwachsene tödlich sein.

goldregen giftig — Platz 7-8: Tollkirsche und Seidelbast

Platz 9-10: Blauregen und Kirschlorbeer

Der Blauregen (Wisteria) ist in allen Teilen giftig. Besonders die bohnenähnlichen Samen enthalten Lektine, die heftiges Erbrechen und Durchfall verursachen. Für Kinder können schon 2-3 Samen gefährlich sein.

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) enthält cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen Blausäure freisetzen. Die schwarzen Beeren sind für Kinder verlockend. In den letzten Jahren wird Kirschlorbeer in Österreich zunehmend als invasive Art kritisiert.

Sichere Alternativen für jeden Gartentyp

Für jede giftige Pflanze gibt es sichere Alternativen:

  • Statt Goldregen: Forsythie (gelbe Blüte, ungiftig)
  • Statt Eibe: Hainbuche oder Rotbuche (ungiftige Hecke)
  • Statt Oleander: Hibiskus (Blütenpracht, ungiftig)
  • Statt Fingerhut: Stockrose (hohe Blütenstaude, ungiftig)
  • Statt Eisenhut: Rittersporn (bedingt geeignet) oder Salbei
  • Statt Kirschlorbeer: Glanzmispel (immergrün, ungiftig)

Lass dich von einem Gartenfachbetrieb beraten, welche Alternativen für deinen Standort ideal sind.

Häufige Fragen

Welche ist die giftigste Gartenpflanze in Österreich?

Der Eisenhut (Aconitum) ist die giftigste Pflanze Europas. Schon wenige Gramm können tödlich sein, und das Gift wird sogar über die Haut aufgenommen.

Ist Goldregen giftig für Kinder?

Ja, Goldregen ist hochgiftig. Die bohnenähnlichen Samen enthalten Cytisin. Schon 3-4 Samen können bei Kindern schwere Vergiftungen verursachen.

Ist Goldregen giftig für Hunde?

Ja, Goldregen ist für Hunde giftig. Die Samen und andere Pflanzenteile können Erbrechen, Durchfall und Krämpfe verursachen.

Welche Gartenpflanze wird am häufigsten mit essbaren Pflanzen verwechselt?

Die Herbstzeitlose wird tragischerweise oft mit Bärlauch verwechselt. Diese Verwechslung führt in Österreich regelmäßig zu schweren Vergiftungen.

Wie schütze ich Kinder vor Giftpflanzen?

Entferne die gefährlichsten Arten aus Spielnähe, kläre Kinder auf, speichere die Nummer der Vergiftungsinformationszentrale (01/406 43 43) und mache regelmäßig einen Giftpflanzen-Check.

Gibt es eine App zur Giftpflanzen-Erkennung?

Die kostenlose App Flora Incognita hilft bei der Pflanzenbestimmung per Foto. Auch die BfR-App gibt Auskunft über giftige Pflanzen.

Muss ich giftige Pflanzen aus dem Garten entfernen?

Nicht alle. In Gärten mit kleinen Kindern solltest du die gefährlichsten Arten (Eisenhut, Eibe, Oleander, Goldregen) aber entfernen oder ersetzen.

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Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur

Studierte Landschaftsplanerin (BSc Landschaftsplanung und -architektur) mit mehrjähriger Praxiserfahrung in Gartenbaubetrieben — Schwerpunkt klimaangepasste Bepflanzung und nachhaltige Gartengestaltung. Janja plant Gärten in ganz Österreich — online und vor Ort in Kärnten und der Steiermark.

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