Schmetterlinge gehören zu den faszinierendsten Gartenbesuchern — doch viele Arten sind in Österreich stark gefährdet. Mit den richtigen Pflanzen, naturnahen Strukturen und etwas Wissen kannst du deinen Garten zum Schmetterlingsparadies machen. Hier erfährst du, welche Pflanzen Schmetterlinge anlocken und wie du ihren Lebenszyklus unterstützt.
Schmetterlinge in Österreich: Vielfalt und Gefährdung
In Österreich sind rund 4.070 Schmetterlingsarten heimisch — davon ca. 215 Tagfalter. Viele Arten sind jedoch bedroht: Intensivierte Landwirtschaft, Pestizide und der Verlust von Lebensräumen setzen ihnen zu. Privatgärten können als Trittsteinbiotope eine wichtige Rolle im Artenschutz spielen.
Nektarpflanzen: Nahrung für Schmetterlinge
Erwachsene Schmetterlinge brauchen nektarreiche Blüten:
- Sommerflieder (Buddleja): Der Schmetterlingsstrauch schlechthin
- Lavendel: Dauerblüher, besonders bei Blauen beliebt
- Phlox: Süßer Duft, reich blühend
- Fetthenne (Sedum): Wichtiger Herbstnektar
- Disteln: Distelfalter, Admiral und andere lieben sie
- Dost (Origanum vulgare): Heimischer Oregano, Schmetterlingsmagnet
- Nachtkerze: Für Nachtfalter und Schwärmer
Raupenfutterpflanzen: Der Schlüssel zum Erfolg
Ohne Raupenfutter keine Schmetterlinge! Jede Art hat spezifische Futterpflanzen:
- Brennnessel: Futter für Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, Distelfalter, C-Falter
- Wilde Möhre/Fenchel/Dill: Für Schwalbenschwanz-Raupen
- Veilchen (Viola): Für Perlmuttfalter
- Klee: Für Bläulinge
- Kreuzblütler (Kohl, Senf): Für Weißlinge
- Grasarten: Für viele Augenfalter und Dickkopffalter
Lass Brennnesseln in einer Gartenecke stehen — sie sind die wichtigste Raupenfutterpflanze überhaupt.
Häufige Schmetterlingsarten im Garten
Diese Arten wirst du mit der richtigen Gestaltung regelmäßig sehen:
- Tagpfauenauge: Auffällige Augenflecken, Raupe auf Brennnessel
- Admiral: Wanderfalter, rot-schwarz, liebt Fallobst
- Zitronenfalter: Einer der ersten im Frühjahr, überwintert als Falter
- Schwalbenschwanz: Größter heimischer Tagfalter, Raupe auf Doldenblütlern
- Kleiner Fuchs: Häufig, orange-braun, Raupe auf Brennnessel
- Distelfalter: Wanderfalter aus Südeuropa
Schmetterlingsfreundlichen Garten gestalten
So machst du deinen Garten zum Paradies:
- Blühende Vielfalt: Mindestens 10–15 verschiedene Nektarpflanzen, die von Frühling bis Herbst blühen
- Sonnige Plätze: Schmetterlinge brauchen Sonne zum Aufheizen der Flugmuskulatur
- Windgeschützte Bereiche: Hecken und Mauern bieten Schutz
- Wilde Ecken: Brennnesseln, Grasflächen, Laubhaufen — Lebensraum für alle Stadien
- Kein Pestizideinsatz: Tötet Raupen und Falter
- Fallobst liegen lassen: Nahrungsquelle für Admiral und andere
Nachtfalter: Die vergessene Mehrheit
Über 95 % aller Schmetterlingsarten sind Nachtfalter — und sie sind ökologisch extrem wichtig. Sie bestäuben nachtblühende Pflanzen und sind Nahrung für Fledermäuse. Fördere sie durch:
- Nachtblühende Pflanzen: Nachtkerze, Nachtviole, Seifenkraut
- Verzicht auf helle Außenbeleuchtung (lockt und tötet Nachtfalter)
- Warme, gelbe LED statt kaltem Weißlicht verwenden
Schmetterlingszählung & Citizen Science
Hilf der Wissenschaft! In Österreich gibt es mehrere Mitmach-Programme:
- Schmetterlingsapp von Global 2000: Schmetterlinge fotografieren und melden
- Viel-Falter-Monitoring: Wissenschaftliches Zählprogramm
- Naturschutzbund-Meldeplattform: Beobachtungen eintragen
Jede Meldung hilft, die Bestände zu überwachen und Schutzmaßnahmen zu planen.
Häufige Fragen
Welche Pflanzen locken Schmetterlinge an?
Sommerflieder, Lavendel, Phlox, Fetthenne, Dost und Disteln sind die besten Nektarpflanzen. Mindestens genauso wichtig sind Raupenfutterpflanzen wie Brennnessel.
Warum sind Brennnesseln wichtig für Schmetterlinge?
Mindestens fünf unserer schönsten Tagfalter — Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, Distelfalter und C-Falter — brauchen Brennnesseln als Raupenfutter.
Wie viele Schmetterlingsarten gibt es in Österreich?
Rund 4.070 Arten, davon ca. 215 Tagfalter. Österreich hat eine der höchsten Schmetterlings-Diversitäten Europas.
Was kann ich gegen das Schmetterlingssterben tun?
Naturnahen Garten gestalten, auf Pestizide verzichten, Brennnesseln und Wildblumen stehen lassen und bei Citizen-Science-Programmen mitmachen.
Sind Schmetterlinge geschützt?
Viele Arten stehen auf der Roten Liste. Einige, wie der Apollofalter, sind streng geschützt. Raupen dürfen nicht getötet oder gesammelt werden.
Warum sehe ich immer weniger Schmetterlinge?
Hauptursachen sind Lebensraumverlust, Pestizide, intensive Landwirtschaft und Lichtverschmutzung. Privatgärten können als Refugien dienen.
Hilft ein Schmetterlingsstrauch wirklich?
Ja, als Nektarquelle ist er hervorragend. Aber allein reicht er nicht — Raupenfutterpflanzen sind genauso wichtig für den kompletten Lebenszyklus.
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