Wer in Österreich gärtnert, braucht Pflanzen, die auch kalte Winter überstehen. Frost, Schnee und eisige Winde setzen empfindlichen Gewächsen stark zu. Doch keine Sorge: Die Auswahl an winterharten Stauden und Gehölzen ist riesig — und viele davon blühen sogar besonders schön. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Pflanzen in jedem österreichischen Garten bestehen und wie du sie optimal schützt.
Was bedeutet winterhart eigentlich?
Der Begriff «winterhart» wird oft pauschal verwendet, hat aber verschiedene Abstufungen. In Europa wird die USDA-Winterhärtezone genutzt:
- Zone 6 (-23 bis -18 °C): Höhere Lagen, Alpentäler
- Zone 7 (-18 bis -12 °C): Die meisten Regionen Österreichs
- Zone 8 (-12 bis -7 °C): Milde Lagen wie Wien, Weinviertel
Beim Pflanzenkauf achte auf die Angabe der Winterhärtezone. Für die meisten österreichischen Gärten brauchst du Pflanzen, die mindestens Zone 7 vertragen.
Die besten winterharten Stauden
Diese Stauden überstehen auch strenge Winter problemlos:
- Storchschnabel (Geranium): Blüht von Mai bis Oktober, winterhart bis -30 °C.
- Fetthenne (Sedum): Trockenheitsverträglich und frosthart.
- Herbstanemone: Elegante Blüten im September/Oktober, winterhart bis -20 °C.
- Taglilie (Hemerocallis): Robuste Dauerblüher, extrem frosthart.
- Astilbe: Schattenstaude mit federartigen Blütenrispen, winterhart bis -30 °C.
- Frauenmantel (Alchemilla mollis): Pflegeleicht, winterhart bis -35 °C.
Winterharte Gräser für Struktur
Ziergräser bringen Bewegung und Leichtigkeit in den Garten:
- Chinaschilf (Miscanthus): Bis 2,5 m hoch, winterhart bis -25 °C.
- Lampenputzergras (Pennisetum): Nur die Sorte ‘Hameln’ ist zuverlässig winterhart.
- Rutenhirse (Panicum virgatum): Schöne Herbstfärbung, winterhart bis -30 °C.
- Blauschwingel (Festuca glauca): Kompaktes, blausilbriges Gras, frosthart.
Tipp: Gräser im Herbst nicht zurückschneiden, sondern zusammenbinden.
Winterharte Gehölze und Sträucher
Diese Gehölze trotzen jedem österreichischen Winter:
- Felsenbirne (Amelanchier): Weiße Blüten, essbare Beeren, winterhart bis -30 °C.
- Kornelkirsche (Cornus mas): Blüht schon im Februar gelb, heimisch.
- Schneeball (Viburnum): Viele Arten, teils immergrün, winterhart und duftend.
- Zierkirsche (Prunus): Spektakuläre Frühlingsblüte, winterhart.
- Hartriegel (Cornus alba): Rote Triebe im Winter — ein echter Hingucker.
Winterharte Rosen: Die robustesten Sorten
Diese Sorten haben sich in Österreich besonders bewährt:
- ADR-Rosen: Das ADR-Siegel steht für besonders robuste, gesunde und winterharte Sorten.
- Strauchrosen: ‘Westerland’, ‘Ghislaine de Féligonde’ — sehr winterhart.
- Kletterrosen: ‘New Dawn’ und ‘Flammentanz’ sind nahezu unverwüstlich.
- Bodendeckerrosen: ‘The Fairy’, ‘Heidetraum’ — pflegeleicht und frosthart.
Rosen immer im Herbst anhäufeln — das schützt die Veredlungsstelle.
Pflanzen, die oft fälschlich als winterhart gelten
Einige beliebte Gartenpflanzen werden als winterhart verkauft, sind es in Österreich aber nicht immer:
- Lavendel: Nur bedingt winterhart. Schopflavendel ist nicht winterhart.
- Pampasgras: In milden Lagen möglich, in Höhenlagen riskant.
- Oleander: Nicht winterhart — muss frostfrei überwintert werden.
- Olivenbaum: Nur in geschützten, milden Lagen mit starkem Winterschutz.
- Rosmarin: Nur die Sorte ‘Arp’ gilt als winterhärteste.
Winterschutz: So schützt du deine Pflanzen
Auch winterharte Pflanzen können von etwas Schutz profitieren:
- Mulchen: 10–15 cm Laub oder Rindenmulch auf dem Wurzelbereich.
- Anhäufeln: Bei Rosen Erde um die Basis aufschütten.
- Vlies: Empfindliche Pflanzen mit Gartenvlies umwickeln.
- Reisig: Tannenzweige über empfindliche Stauden legen.
- Wintergießen: Immergrüne an frostfreien Tagen wässern.
Wichtig: Kein Plastik oder Folie verwenden — darunter bildet sich Kondenswasser.
Der winterharte Garten: Gestaltungstipps
So sorgst du auch im Winter für Attraktivität:
- Immergrüne als Gerüst: Eibe, Buchs und Stechpalme bilden grüne Strukturen.
- Rinde und Triebe: Hartriegel mit roten Zweigen, Birke mit weißer Rinde.
- Gräser: Mit Raureif ein Traum.
- Winterblüher: Christrose, Winterjasmin und Zaubernuss blühen mitten im Winter.
- Beeren: Feuerdorn, Stechpalme und Schneeball tragen dekorative Früchte.
Häufige Fragen
Welche Pflanzen überstehen -20 °C?
Viele heimische und bewährte Gartenstauden: Storchschnabel, Frauenmantel, Astilbe, Fetthenne, Taglilien sowie Gehölze wie Felsenbirne, Kornelkirsche und Eibe.
Ist Lavendel in Österreich winterhart?
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist in milden Lagen winterhart. In höheren Lagen braucht er Winterschutz. Schopflavendel ist nicht winterhart.
Muss ich winterharte Pflanzen trotzdem schützen?
In den ersten 1–2 Jahren nach der Pflanzung ja. Etablierte Pflanzen kommen meist ohne Schutz aus.
Welche Blumen blühen im Winter?
Christrosen (Dezember–März), Winterjasmin (Januar–März), Zaubernuss (Februar) und Schneeglöckchen (ab Februar).
Was ist eine Winterhärtezone?
Die USDA-Winterhärtezone gibt an, welche minimale Temperatur eine Pflanze verträgt. Österreich liegt in den Zonen 6–8.
Soll ich Gräser im Herbst zurückschneiden?
Nein! Lass die Halme bis zum Frühjahr stehen und binde sie zusammen. Erst im März/April bodennah abschneiden.
Wie erkenne ich Frostschäden an Pflanzen?
Braune oder schwarze Blattspitzen, welke Triebe und aufgeplatzte Rinde. Schneide geschädigte Teile erst im Frühling zurück.
Welche winterharten Pflanzen eignen sich für Kübel?
Buchs, Eibe, Chinaschilf, Rispenhortensie und Rosen. Der Kübel muss groß genug und frostsicher sein.
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