Technik & Gewerke

Naturpool: Kosten, Planung & Vorteile

Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur
13. März 2026
4 Min Lesezeit

Ein Naturpool verbindet kristallklares Badewasser mit biologischer Wasserreinigung — ganz ohne Chlor. In Österreich, dem Ursprungsland des Naturpools, gibt es eine lange Tradition und zahlreiche Fachbetriebe. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie ein Naturpool funktioniert, was er kostet und worauf du bei der Planung achten solltest.

Pooltypen
Pooltypen
Kosten
Kosten
Biologie
Biologie
Technik
Technik

Was ist ein Naturpool?

Ein Naturpool nutzt biologische Filterung statt Chemie, um das Wasser sauber zu halten. Im Gegensatz zum klassischen Schwimmteich besitzt ein Naturpool eine technisch unterstützte Aufbereitung — etwa über Biofilter, Skimmer und Umwälzpumpen. Das Ergebnis: glasklares Wasser ohne den typischen Teich-Charakter, aber trotzdem chemiefrei. Die Wasserqualität entspricht dabei Trinkwasserniveau.

Naturpool vs. Schwimmteich vs. klassischer Pool

Der Unterschied liegt in der Wasseraufbereitung. Ein klassischer Pool nutzt Chlor oder Salzelektrolyse, ein Schwimmteich arbeitet mit einer separaten Regenerationszone voller Pflanzen, und ein Naturpool setzt auf technische Biofilter ohne sichtbare Pflanzenzone. Naturpools brauchen weniger Fläche als Schwimmteiche (keine Regenerationszone nötig) und bieten trotzdem chemiefreies Wasser.

Kosten eines Naturpools in Österreich

Rechne mit 300 bis 500 € pro Quadratmeter Wasserfläche — inklusive Aushub, Abdichtung, Filtertechnik und Einstieg. Ein typischer Naturpool mit 30 m² Wasserfläche kostet somit 9.000 bis 15.000 € für die Grundkonstruktion. Mit hochwertiger Ausstattung (Beleuchtung, Rollabdeckung, Gegenstromanlage) steigen die Kosten auf 25.000 bis 50.000 €. Die jährlichen Betriebskosten liegen bei 200–500 € (Strom, Filter).

naturpool — Kosten eines Naturpools in Österreich

Planung: Größe, Tiefe und Standort

Ein Naturpool sollte mindestens 25 m² Wasserfläche haben, damit die Biologie stabil bleibt. Die Tiefe beträgt idealerweise 1,40 bis 2,00 m. Wähle einen Standort, der mindestens 5–6 Stunden Sonne bekommt, aber nicht direkt unter Laubbäumen liegt. Beachte den Mindestabstand zur Grundstücksgrenze — in Österreich meist 3 Meter. Eine Baugenehmigung ist in den meisten Bundesländern ab 50 m³ Wasserinhalt erforderlich.

Technik: So funktioniert die biologische Reinigung

Das Herzstück ist der Biofilter — meist ein Kiesfilter oder ein Phosphatbinder, der Nährstoffe bindet und so Algenwachstum verhindert. Eine Umwälzpumpe sorgt für Wasserzirkulation, ein Skimmer entfernt Oberflächenverschmutzung. Zusätzlich setzen viele Systeme auf UV-C-Entkeimung als Sicherheitsfilter. Die Technik läuft automatisch und verbraucht nur 100–300 kWh pro Saison.

Vorteile eines Naturpools

Kein Chlorgeruch, keine gereizten Augen, weiches, hautfreundliches Wasser. Naturpools haben eine deutlich längere Lebensdauer als Folienpools (30+ Jahre bei EPDM-Folie). Sie sind ökologisch wertvoll, brauchen weniger Chemie und schaffen Lebensraum für Insekten. Außerdem sind die Betriebskosten niedriger als bei einem Chlorpool, da keine teuren Chemikalien nachgekauft werden müssen.

naturpool — Vorteile eines Naturpools

Pflege im Jahresverlauf

Im Frühjahr startest du die Filteranlage und reinigst den Boden mit einem Poolsauger. Im Sommer kontrollierst du wöchentlich den pH-Wert (ideal: 6,5–7,5) und leerst den Skimmerkorb. Im Herbst deckst du den Pool mit einem Laubnetz ab. Im Winter bleibt das Wasser im Pool — ein Eisfreihalter schützt die Wände. Insgesamt ist der Pflegeaufwand mit 1–2 Stunden pro Woche sehr überschaubar.

Einen Naturpool in Österreich bauen lassen

Österreich gilt als Pionierland für Naturpools. Fachbetriebe wie Biotop (Waidhofen/Thaya) oder Balena bieten schlüsselfertige Lösungen. Achte bei der Auswahl auf Referenzprojekte, eine Gewährleistung von mindestens 5 Jahren auf die Abdichtung und die Zertifizierung nach ÖNORM L 1128 (Richtlinie für Naturpools in Österreich). Ein seriöser Anbieter erstellt dir ein Bodengutachten und berechnet die Filterkapazität individuell.

Häufige Fragen

Ist ein Naturpool wirklich chemiefrei?

Ja, ein Naturpool kommt vollständig ohne Chlor und andere Desinfektionsmittel aus. Die biologische Filterung übernimmt die Wasserreinigung.

Wie lange dauert der Bau eines Naturpools?

Je nach Größe und Ausstattung dauert der Bau 3 bis 6 Wochen. Die Einlaufphase der Biologie benötigt weitere 4 bis 8 Wochen.

Können Algen im Naturpool wachsen?

In der Einlaufphase können leichte Algenbildungen auftreten. Sobald die Biologie stabil ist (nach 4–8 Wochen), werden Algen durch die Nährstoffbindung im Biofilter effektiv unterdrückt.

Wie hoch sind die Betriebskosten pro Jahr?

Die jährlichen Betriebskosten für einen Naturpool liegen bei 200 bis 500 € — hauptsächlich für Strom (Umwälzpumpe, Skimmer) und gelegentlichen Filteraustausch.

Kann ich einen bestehenden Pool zum Naturpool umbauen?

Ja, ein Umbau ist möglich und oft günstiger als ein Neubau. Die Beckenstruktur bleibt bestehen, es werden Biofilter und neue Technik nachgerüstet.

Brauche ich in Österreich eine Baugenehmigung?

In den meisten Bundesländern ist ab 50 m³ Wasserinhalt eine Baugenehmigung erforderlich. Informiere dich bei deiner Gemeinde über die genauen Vorgaben.

Friert der Naturpool im Winter ein?

Ja, die Oberfläche kann zufrieren — das ist kein Problem. Ein Eisfreihalter schützt die Wände vor Druckschäden. Das Wasser bleibt ganzjährig im Becken.

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Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur

Studierte Landschaftsplanerin (BSc Landschaftsplanung und -architektur) mit mehrjähriger Praxiserfahrung in Gartenbaubetrieben — Schwerpunkt klimaangepasste Bepflanzung und nachhaltige Gartengestaltung. Janja plant Gärten in ganz Österreich — online und vor Ort in Kärnten und der Steiermark.

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