Ein Schwimmteich vereint Badespaß mit Naturerlebnis — ohne Chlor und Chemie. In Österreich, der Heimat des Schwimmteichs, gibt es eine lange Tradition und enorme Fachkompetenz. Dieser Ratgeber erklärt dir, wie du einen Schwimmteich anlegst, welche Zonen du brauchst, was er kostet und wie du ihn das ganze Jahr über pflegst.
Was ist ein Schwimmteich und wie funktioniert er?
Ein Schwimmteich besteht aus zwei Bereichen: der Schwimmzone (Tiefwasserbereich zum Baden) und der Regenerationszone (Flachwasserbereich mit Pflanzen). Die Pflanzen und Mikroorganismen in der Regenerationszone reinigen das Wasser auf natürliche Weise. Im Gegensatz zum Naturpool gibt es keine technische Filterung — die Natur übernimmt die gesamte Wasseraufbereitung. Das Ergebnis ist weiches, hautfreundliches Wasser mit Teich-Charakter.
Die fünf Schwimmteich-Kategorien
Schwimmteiche werden nach ÖNORM L 1128 in fünf Kategorien eingeteilt: Kategorie 1 — rein biologisch, keine Technik, große Regenerationszone (mind. 50 % der Fläche). Kategorie 2 — mit Oberflächenabsaugung. Kategorie 3 — mit Umwälzung und Biofilter. Kategorie 4 — technisch unterstützt, kleine Pflanzzone. Kategorie 5 — Naturpool, rein technische Aufbereitung. Für naturnahe Schwimmteiche wähle Kategorie 1 bis 3.
Planung: Größe und Zonierung
Ein Schwimmteich braucht mindestens 50 m² Gesamtfläche, davon mindestens 30 % Regenerationszone. Die Schwimmzone sollte 1,50 bis 2,50 m tief sein. Die Regenerationszone ist nur 30–60 cm tief und wird mit Substrat (Kies, Lavagranulat) und Wasserpflanzen bepflanzt. Zwischen beiden Zonen liegt eine Trennmauer oder ein Pflanzwall, der verhindert, dass Substrat in die Schwimmzone gelangt.
Kosten eines Schwimmteichs in Österreich
Rechne mit 200 bis 400 € pro Quadratmeter Gesamtfläche. Ein Schwimmteich mit 70 m² (40 m² Schwimm- und 30 m² Regenerationszone) kostet somit 14.000 bis 28.000 €. Dazu kommen Kosten für Bepflanzung (1.000–3.000 €), Technik (1.000–5.000 € je nach Kategorie) und Einstiegshilfen. Premium-Anlagen mit Holzdeck und Beleuchtung erreichen 40.000 bis 80.000 €. Die Betriebskosten sind mit 100–300 € pro Jahr sehr niedrig.
Bau: Schritt für Schritt
1. Aushub: Die Grube wird in verschiedenen Tiefen angelegt — Schwimmzone tief, Regenerationszone flach, dazwischen Pflanzstufen. 2. Abdichtung: EPDM-Folie (1,5 mm) oder Bentonit-Matten. 3. Trennwand: Mauer oder Gabionenwand zwischen Schwimm- und Pflanzbereich. 4. Substrat: Gewaschener Kies (8–16 mm) in der Regenerationszone. 5. Bepflanzung: Unterwasserpflanzen, Schwimmblattpflanzen und Uferpflanzen. 6. Befüllung: Langsam mit Leitungswasser befüllen.
Die richtige Bepflanzung
Die Pflanzen sind das Herzstück des Schwimmteichs. Unterwasserpflanzen wie Hornkraut und Tausendblatt binden Nährstoffe und produzieren Sauerstoff. Schwimmblattpflanzen wie Seerosen beschatten die Oberfläche und hemmen Algenwachstum. Uferpflanzen wie Sumpfschwertlilie, Rohrkolben und Blutweiderich filtern das Wasser und sehen wunderschön aus. Plane 5–7 Pflanzen pro m² Regenerationszone ein.
Pflege im Jahresverlauf
Frühjahr: Abgestorbene Pflanzenteile entfernen, Wasserqualität prüfen, eventuell nachpflanzen. Sommer: Fadenalgen regelmäßig abkeschern, Wasserstand kontrollieren. Herbst: Laub abfischen oder Netz spannen, Pflanzen zurückschneiden. Winter: Eisfreihalter einsetzen, Pumpen abschalten. Insgesamt ist der Pflegeaufwand mit 2–3 Stunden pro Woche im Sommer und wenig Arbeit im Winter sehr moderat.
Schwimmteich vs. Pool: Vor- und Nachteile
Vorteile des Schwimmteichs: Keine Chemie, ökologisch wertvoll, ganzjährig attraktiv, niedrige Betriebskosten, Wertsteigerung der Immobilie. Nachteile: Höherer Platzbedarf, Einlaufphase von 1–2 Saisonen, Wassertemperatur nicht regelbar, mögliche Algenbildung in der Anfangszeit. Der Schwimmteich ist ideal für Naturliebhaber mit ausreichend Platz, der Pool für sportliche Schwimmer mit wenig Fläche.
Häufige Fragen
Wie groß muss ein Schwimmteich mindestens sein?
Mindestens 50 m² Gesamtfläche, wobei die Regenerationszone mindestens 30 % ausmachen sollte. Für komfortables Schwimmen empfehlen sich 70–100 m².
Kann ein Schwimmteich auch im Winter genutzt werden?
Zum Schwimmen im Winter ist er zu kalt (außer für Eisbader). Als Gestaltungselement ist er aber ganzjährig attraktiv — auch zugefroren hat er seinen Reiz.
Gibt es Mückenprobleme beim Schwimmteich?
Bei richtig angelegten Schwimmteichen kaum. Die Wasserumwälzung und natürliche Fressfeinde (Libellen, Molche) halten die Mückenpopulation gering.
Wie lange dauert es, bis das Wasser klar ist?
Die biologische Einlaufphase dauert 4 bis 12 Wochen. In der ersten Saison kann es zu leichter Trübung und Algenbildung kommen — das ist normal und reguliert sich.
Was kostet ein Schwimmteich in Österreich?
Je nach Größe und Ausstattung zwischen 14.000 und 80.000 €. Pro Quadratmeter Gesamtfläche rechne mit 200 bis 400 €.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
In den meisten Bundesländern ist ab 50 m³ Wasserinhalt eine Genehmigung erforderlich. Informiere dich bei deiner Gemeinde.
Können Fische im Schwimmteich leben?
Es wird davon abgeraten, Fische einzusetzen — sie bringen zu viele Nährstoffe ein und beeinträchtigen die Wasserqualität.
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