Klima & Nachhaltigkeit

Schottergarten begrünen: Warum verboten & bessere Alternativen

Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur
13. März 2026
Aktualisiert: 30. März 2026
4 Min Lesezeit

Schottergärten galten als pflegeleichte Lösung — doch sie schaden dem Klima, der Artenvielfalt und sind in immer mehr Gemeinden verboten. In diesem Ratgeber erfährst du, warum Schottergärten problematisch sind, welche Regeln in Österreich gelten und wie du eine bestehende Schotterfläche in einen lebendigen, pflegeleichten Garten verwandelst.

Verbote & Regeln

Verbote & Regeln
Hitzeinseln

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Grüne Alternativen

Grüne Alternativen
Ökologischer Wert

Ökologischer Wert

Was ist ein Schottergarten?

Ein Schottergarten besteht aus einer mit Vlies abgedeckten und mit Schotter oder Kies aufgefüllten Fläche, auf der kaum oder keine Pflanzen wachsen. Im Gegensatz zu einem echten Kiesgarten oder Steingarten, die lebendig bepflanzt sind, ist ein Schottergarten eine quasi-versiegelte, ökologisch tote Fläche. Oft werden einzelne Formgehölze oder Gräser als Alibi hineingesetzt.

Warum Schottergärten problematisch sind

Die Nachteile sind gravierend:

  • Hitzeinseln: Schotter heizt sich auf über 70 °C auf und strahlt nachts Wärme ab — das verschärft die Überhitzung in Siedlungen
  • Kein Lebensraum: Weder Insekten noch Vögel noch Bodenlebewesen finden Nahrung oder Unterschlupf
  • Keine Versickerung: Das Vlies verhindert, dass Regenwasser versickert — erhöhtes Überschwemmungsrisiko
  • Kein Staubfilter: Fehlende Vegetation filtert keinen Feinstaub
  • Gar nicht pflegeleicht: Laub und Unkraut sammeln sich zwischen den Steinen, Moos und Algen bilden sich

Rechtslage in Österreich

In Österreich gibt es zwar (noch) kein bundesweites Verbot, aber:

  • Viele Bebauungspläne schreiben Begrünung vor
  • Einzelne Gemeinden haben explizite Verbote für Schottergärten erlassen
  • Die Bauordnungen mehrerer Bundesländer fordern die Begrünung von Freiflächen
  • Die Initiative Natur im Garten setzt sich aktiv gegen Schottergärten ein

In Deutschland sind Schottergärten in den meisten Bundesländern bereits verboten — Österreich zieht nach.

schottergarten — Rechtslage in Österreich

Schottergarten begrünen: So geht es

Die Umgestaltung ist einfacher als gedacht:

  1. Schotter teilweise entfernen: Du musst nicht alles ausräumen — öffne großzügige Pflanzflächen
  2. Vlies entfernen: Das Unkrautvlies muss raus, damit Wurzeln und Wasser in den Boden kommen
  3. Boden verbessern: Kompost und Gartenerde in die Pflanzlöcher einarbeiten
  4. Trockenheitsverträgliche Pflanzen setzen: Stauden, die mit Kies und Wärme klarkommen
  5. Kies als Mulch nutzen: Den verbleibenden Kies als dekorative Mulchschicht behalten

Die besten Pflanzen für ehemalige Schottergärten

Diese Pflanzen fühlen sich in kiesigem, warmem Untergrund wohl:

  • Lavendel: Der Klassiker für trockene, sonnige Standorte
  • Fetthenne (Sedum): Bodendecker, der Kies liebt
  • Thymian: Bildet duftende Polster, bienenfreundlich
  • Katzenminze: Dauerblüher, robust und pflegeleicht
  • Blauraute (Perovskia): Silbrig-lavendelfarbene Akzente
  • Wolfsmilch (Euphorbia): Strukturpflanze, trockenheitsverträglich
  • Ziergräser: Federgras, Blauschwingel — bringen Bewegung

Kiesgarten statt Schottergarten

Ein echter Kiesgarten nach dem Vorbild von Beth Chatto ist das Gegenteil eines Schottergartens: Üppig bepflanzt, ohne Vlies, mit durchlässigem Substrat. Die Pflanzen wurzeln tief, der Kies dient als Mulch. So ein Garten ist tatsächlich pflegeleicht — und dabei wunderschön und ökologisch wertvoll.

schottergarten — Kiesgarten statt Schottergarten

Kosten & Aufwand der Umgestaltung

Die Begrünung eines Schottergartens kostet je nach Größe:

  • Pflanzen: Ca. 8–15 Pflanzen pro m² × 3–8 € = 25–120 € pro m²
  • Substrat/Kompost: Ca. 5–10 € pro m²
  • Arbeitszeit: Ca. 1–2 Stunden pro m² für Vlies entfernen, pflanzen, mulchen

Tipp: Du musst nicht alles auf einmal machen. Beginne mit einem Abschnitt und erweitere nach und nach.

Häufige Fragen

Sind Schottergärten in Österreich verboten?

Es gibt kein bundesweites Verbot, aber viele Gemeinden und Bebauungspläne schreiben Begrünung vor. Der Trend geht klar Richtung Verbot.

Was ist der Unterschied zwischen Schottergarten und Kiesgarten?

Ein Schottergarten ist eine quasi-versiegelte Fläche mit Vlies und kaum Pflanzen. Ein Kiesgarten ist üppig bepflanzt, ohne Vlies und ökologisch wertvoll.

Kann ich den Schotter einfach liegen lassen?

Teilweise ja. Entferne das Vlies, öffne Pflanzflächen und nutze den restlichen Kies als Mulch. Nicht alles muss raus.

Welche Pflanzen wachsen in Schotter?

Trockenheitsverträgliche Arten wie Lavendel, Sedum, Thymian, Katzenminze und Ziergräser fühlen sich in kiesigem Untergrund wohl.

Ist ein Schottergarten wirklich pflegeleicht?

Nein. Laub, Moos und Unkraut sammeln sich zwischen den Steinen und sind schwer zu entfernen. Ein bepflanzter Kiesgarten ist langfristig pflegeleichter.

Was kostet die Begrünung eines Schottergartens?

Rechne mit 30–130 € pro m² für Pflanzen und Substrat. Du kannst schrittweise vorgehen und musst nicht alles auf einmal umgestalten.

Warum heizen Schottergärten die Umgebung auf?

Steine speichern Sonnenwärme und geben sie nachts ab. Ohne Verdunstung durch Pflanzen fehlt der natürliche Kühleffekt — das kann bis zu 5 °C Temperaturunterschied ausmachen.

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Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur

Studierte Landschaftsplanerin (BSc Landschaftsplanung und -architektur) mit mehrjähriger Praxiserfahrung in Gartenbaubetrieben — Schwerpunkt klimaangepasste Bepflanzung und nachhaltige Gartengestaltung. Janja plant Gärten in ganz Österreich — online und vor Ort in Kärnten und der Steiermark.

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