Klima & Nachhaltigkeit

Kompost anlegen: Selber bauen & Pflege

Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur
13. März 2026
4 Min Lesezeit

Kompost ist das schwarze Gold des Gartens — und du kannst ihn ganz einfach selber machen. Ob klassischer Komposthaufen, Thermokomposter oder Wurmkiste: Hier erfährst du, wie du deinen Kompost richtig anlegst, pflegst und den fertigen Humus optimal einsetzt.

Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft
Organisches Material
Organisches Material
Rotteprozess
Rotteprozess
Fruchtbare Erde
Fruchtbare Erde

Warum Kompostieren sinnvoll ist

Rund 30–40 % des Hausmülls sind organische Abfälle, die sich perfekt kompostieren lassen. Damit sparst du Müllgebühren, reduzierst CO₂-Emissionen und produzierst gleichzeitig den besten Dünger, den es gibt — nährstoffreich, strukturverbessernd und völlig kostenlos. Kompost fördert das Bodenleben, verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und macht chemische Dünger überflüssig.

Kompostbehälter selber bauen

Ein einfacher Kompostbehälter aus Holz ist schnell gebaut:

  • Material: 4 Kanthölzer (80 cm) als Eckpfosten, Bretter oder Latten für die Seitenwände
  • Maße: Mindestens 80 × 80 × 80 cm — ideal ist 100 × 100 × 100 cm
  • Aufbau: Latten mit 1–2 cm Abstand montieren (Belüftung!), Vorderseite als Stecksystem zum Herausnehmen
  • Boden: Offener Boden — Regenwürmer und Mikroorganismen müssen Zugang haben

Alternativ: Drahtgitter-Kompost (Maschendraht zu einem Zylinder formen) oder gekaufte Thermo-Komposter.

Der richtige Standort

Stelle den Kompost an einen halbschattigen, windgeschützten Platz mit Erdkontakt. Direkte Sonne trocknet den Kompost aus, voller Schatten verlangsamt die Rotte. Der Standort sollte gut erreichbar sein — du wirst ihn oft nutzen. Abstand zum Nachbarn: Mindestens 50 cm zur Grundgrenze (je nach Gemeindevorschrift).

kompost selber bauen — Der richtige Standort

Was darf auf den Kompost?

Ja:

  • Obst- und Gemüsereste, Eierschalen, Kaffeesatz, Teebeutel (ohne Plastik)
  • Rasenschnitt (dünn und angetrocknet), Laub, Häckselgut
  • Staudenrückschnitt, verwelkte Blumen
  • Karton und Zeitungspapier (zerkleinert, in Maßen)

Nein:

  • Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte
  • Kranke Pflanzen, Unkrautsamen (nur bei heißer Rotte)
  • Asche von behandeltem Holz, Zigarettenstummel
  • Plastik, auch kein kompostierbares Bioplastik

Richtig schichten: Das Rezept für guten Kompost

Der Schlüssel ist die Mischung aus braunem und grünem Material:

  • Grün (stickstoffreich): Rasenschnitt, Küchenabfälle, frischer Pflanzenschnitt
  • Braun (kohlenstoffreich): Laub, Häckselgut, Stroh, Karton

Das ideale Verhältnis ist etwa 2:1 (braun:grün). Schichte abwechselnd dünne Lagen und vermeide dicke Schichten desselben Materials. Rasenschnitt immer antrocknen lassen und dünn aufbringen.

Kompost pflegen & umsetzen

Guter Kompost braucht Luft und Feuchtigkeit:

  • Umsetzen: Alle 6–8 Wochen mit der Mistgabel durchmischen — das bringt Sauerstoff hinein
  • Feuchtigkeit: Sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Bei Trockenheit gießen, bei Nässe braunes Material untermischen
  • Geruch: Riecht es faulig, fehlt Luft oder es ist zu nass. Trockenes Material einarbeiten und umsetzen

Nach 6–12 Monaten ist der Kompost fertig — erkennbar an der dunklen Farbe, krümeligen Struktur und angenehm erdigen Geruch.

kompost selber bauen — Kompost pflegen & umsetzen

Fertigen Kompost richtig verwenden

Reifer Kompost lässt sich vielseitig einsetzen:

  • Mulchschicht: 2–3 cm auf Beeten verteilen (nicht eingraben)
  • Pflanzerde mischen: 1/3 Kompost, 1/3 Gartenerde, 1/3 Sand
  • Rasenpflege: Im Frühjahr dünn auf den Rasen sieben
  • Topfpflanzen: Max. 30 % Kompostanteil in der Erdmischung

Siebe den Kompost durch ein grobes Gitter — grobe Reste wandern zurück auf den Kompost.

Alternativen: Wurmkiste & Bokashi

Kein Garten? Kein Problem:

  • Wurmkiste: Kompostieren auf kleinstem Raum — spezielle Kompostwürmer zersetzen Küchenabfälle direkt in der Wohnung oder am Balkon. Geruchsfrei, wenn richtig betrieben.
  • Bokashi: Japanische Fermentationsmethode mit luftdichtem Eimer. Auch gekochte Reste sind möglich. Der fermentierte Inhalt wird danach im Garten eingegraben.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?

Bei regelmäßigem Umsetzen und guter Mischung ca. 6–12 Monate. Ein Thermokomposter kann das auf 3–6 Monate verkürzen.

Stinkt ein Kompost?

Nein, gut gepflegter Kompost riecht nach Waldboden. Übler Geruch deutet auf Sauerstoffmangel oder zu viel Nässe hin — dann umsetzen und trockenes Material beimischen.

Darf Rasenschnitt auf den Kompost?

Ja, aber immer nur dünn und angetrocknet. Dicke Schichten frischer Rasenschnitt verkleben und beginnen zu faulen.

Kann ich im Winter kompostieren?

Ja, die Rotte verlangsamt sich zwar bei Kälte, aber der Kompost kann weiter beschickt werden. Im Frühling startet der Prozess wieder durch.

Brauche ich Kompoststarter oder Beschleuniger?

Nicht unbedingt. Eine Handvoll fertiger Kompost oder Gartenerde enthält alle nötigen Mikroorganismen. Brennnessel-Jauche kann zusätzlich helfen.

Wie groß muss ein Kompostbehälter sein?

Mindestens 80 × 80 × 80 cm. Für einen durchschnittlichen Haushaltsgarten sind zwei Behälter ideal: einer zum Befüllen, einer zum Reifen.

Darf ich kranke Pflanzen kompostieren?

Nur bei heißer Rotte (über 60 °C), wie sie im Thermokomposter erreicht wird. Im offenen Kompost besser über die Biotonne entsorgen.

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Janja Sukalia-Meleschnig
Janja Sukalia-Meleschnig
BSc Landschaftsplanung & -architektur

Studierte Landschaftsplanerin (BSc Landschaftsplanung und -architektur) mit mehrjähriger Praxiserfahrung in Gartenbaubetrieben — Schwerpunkt klimaangepasste Bepflanzung und nachhaltige Gartengestaltung. Janja plant Gärten in ganz Österreich — online und vor Ort in Kärnten und der Steiermark.

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