Ein Steingarten vereint alpine Schönheit mit pflegeleichter Bepflanzung — perfekt für sonnige Hanglagen, trockene Ecken oder als gestalterisches Highlight. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du einen Steingarten richtig anlegst, welche Pflanzen sich eignen und worauf du bei Aufbau und Pflege achten solltest.
Was ist ein Steingarten?
Ein Steingarten imitiert alpine und felsige Naturlandschaften im eigenen Garten. Natürliche Steine bilden das Grundgerüst, dazwischen wachsen trockenheitsverträgliche Stauden, Polsterpflanzen und Gräser. Im Gegensatz zum umstrittenen Schottergarten ist ein echter Steingarten ein lebendiges Ökosystem mit hoher Artenvielfalt.
Den richtigen Standort wählen
Ideal sind sonnige Lagen mit leichter Hanglage oder Böschung, da hier Wasser natürlich abfließt. Auch ebene Flächen funktionieren, wenn du eine gute Drainage einbaust. Süd- und Südwestausrichtung bieten die besten Bedingungen. Halbschatten ist möglich, schränkt aber die Pflanzenauswahl ein.
Steine & Materialien auswählen
Verwende möglichst regionale Natursteine in verschiedenen Größen:
- Kalkstein: Ideal für kalkliebende Alpenpflanzen
- Gneis/Granit: Robust, verwitterungsbeständig, für saure Böden
- Sandstein: Warme Optik, speichert Wärme
Mische große Findlinge (30–60 cm) mit mittelgroßen Steinen und Kies. Ein natürliches Bild entsteht, wenn du nur eine Gesteinsart verwendest.
Schritt-für-Schritt-Aufbau
So baust du deinen Steingarten auf:
- Fläche abstecken: Natürliche, geschwungene Formen wirken am besten.
- Boden ausheben: Ca. 30–40 cm tief, Grassoden entfernen.
- Drainageschicht: 15–20 cm Schotter oder Kies einfüllen.
- Substrat: Mischung aus 1/3 Gartenerde, 1/3 Sand und 1/3 Kies/Split.
- Steine setzen: Große Steine zu 1/3 eingraben, natürlich gruppieren.
- Bepflanzen: Pflanzen in Spalten und Nischen setzen.
- Mulchen: Kies oder Split als Mulchschicht (3–5 cm).
Die besten Pflanzen für den Steingarten
Klassische Steingartenpflanzen für österreichische Gärten:
- Blaukissen (Aubrieta): Üppiger Frühlingsblüher, bildet dichte Polster
- Hauswurz (Sempervivum): Extrem genügsam, viele Sorten
- Steinbrech (Saxifraga): Typische Alpenpflanze, blüht weiß bis rosa
- Polsterphlox (Phlox subulata): Farbenprächtiger Bodendecker
- Enzian (Gentiana): Alpiner Klassiker mit leuchtendem Blau
- Edelweiß (Leontopodium): Symbolpflanze der Alpen
- Thymian (Thymus): Duftet herrlich, bienenfreundlich
Steingarten am Hang anlegen
Hanglagen eignen sich besonders gut, da das Wasser natürlich abläuft. Baue Terrassen oder Stufen mit größeren Steinen, um Erosion zu verhindern. Pflanze in den Fugen — die Wurzeln stabilisieren zusätzlich den Hang. Bei steilen Hängen (über 30°) empfiehlt sich eine professionelle Hangsicherung als Basis.
Pflege des Steingartens
Steingärten sind ausgesprochen pflegeleicht:
- Gießen: Nur bei längerer Trockenheit, die meisten Pflanzen sind genügsam
- Düngen: Kaum nötig — einmal jährlich etwas Kompost reicht
- Unkraut: Die Kiesschicht unterdrückt Unkraut; Aufwuchs von Hand entfernen
- Rückschnitt: Verblühtes im Herbst abschneiden
- Winterschutz: Die meisten Steingartenpflanzen sind winterhart bis –20 °C
Steingarten vs. Schottergarten: Der Unterschied
Ein echter Steingarten hat mit einem Schottergarten nichts gemeinsam. Während Schottergärten versiegelte, leblose Flächen sind (in vielen Gemeinden mittlerweile verboten), ist ein Steingarten ein artenreiches Biotop. Er bietet Insekten, Eidechsen und anderen Kleintieren Lebensraum. Die Steine speichern Wärme und schaffen Mikroklimata für spezialisierte Pflanzen.
Häufige Fragen
Wie groß muss ein Steingarten sein?
Schon ab 3–5 m² kannst du einen ansprechenden Steingarten anlegen. Auch in Trögen oder Hochbeeten funktioniert ein Mini-Steingarten.
Welche Steine eignen sich am besten?
Regionale Natursteine wie Kalkstein, Gneis oder Granit. Verwende nur eine Gesteinsart für ein natürliches Bild.
Braucht ein Steingarten viel Pflege?
Nein, Steingärten gehören zu den pflegeleichtesten Gartenformen. Gelegentliches Unkrautjäten und bei Trockenheit etwas gießen genügt.
Kann ich einen Steingarten auch im Schatten anlegen?
Im Halbschatten ist es möglich mit Pflanzen wie Steinbrech oder Farn. Voller Schatten eignet sich allerdings nicht.
Was kostet ein Steingarten?
Je nach Größe und Steinwahl rechne mit 30–80 € pro m² für Steine und Substrat. Pflanzen kommen zusätzlich dazu (ca. 3–8 € pro Stück).
Ist ein Steingarten ökologisch sinnvoll?
Ja, ein bepflanzter Steingarten bietet Lebensraum für Insekten, Eidechsen und andere Tiere. Er ist das Gegenteil eines sterilen Schottergartens.
Wann ist die beste Pflanzzeit?
Frühling (März–Mai) oder Herbst (September–Oktober) sind ideal. Im Frühjahr haben die Pflanzen die gesamte Saison zum Einwurzeln.
Professionelle Gartenplanung gewünscht?
Starte mit einer kostenlosen Erstberatung — 15 Minuten, unverbindlich.
Erstberatung buchen →Quellen & weiterführende Links
Lass dir deinen Garten planen
Individuell geplant, standortgerecht, klimaangepasst. Starte mit einer kostenlosen Erstberatung.
Erstberatung buchen →


